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Schon 2015 wurden auf dem Schelmenburgplatz Obst und Gemüse verkauft.

Märkte in Frankfurt

Menschen in Bergen-Enkheim wünschen sich Markt

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Die Idee eines neuen Wochenmarktes auf dem Schelmenburgplatz im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim kommt ins Rollen. Erst muss der Platz aber saniert werden.

Wer samstags den Platz an der Konstablerwache quert oder durch das Bornheimer Zentrum läuft, kommt kaum an ihnen vorbei: die Marktbesucher. Bei Wind und Wetter unterhalten sie sich unter Pavillons bei einem Wein oder probieren sich durch das Sortiment an eingelegten Oliven, bevor sie sich für ihre liebste Sorte entscheiden. Ein Wochenmarkt hat viele Vorteile. In Bergen-Enkheim gibt es seit Jahren keinen mehr, doch die Anfragen der Bewohner mehren sich. „Viele wünschen sich einen richtigen Markt zurück“, sagt Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU).

„Natürlich ist es sinnvoll, die Infrastruktur in den Stadtteilen zu erhalten“, sagt Michael Lorenz, Leiter des städtischen Managements für Hafen und Markt. Die Märkte im Zentrum und in Innenstadtlage seien sehr beliebt. „Aber in den Stadtteilen gestaltet es sich, wie auch beim Einzelhandel, durchgehend schwierig.“ Der Aufwand für die Verkäufer sei oft zu groß, der Gewinn bliebe zu gering. Je nach Händler und Ware gilt ein Marktstand als rentabel, wenn der Tagesumsatz – nicht der Gewinn – bei 800 bis 1000 Euro liegt. „Die Erfahrung zeigt aber auch, dass Verbraucher bereit sind, einen Weg zurückzulegen, um an einem Markt einzukaufen. Frankfurt ist keine riesige Metropole und die Anbindungen sind gut“, sagt Michael Lorenz.

Jahrzehntelang gab es am Schelmenburgplatz in Bergen einen Wochenmarkt. „Nur ein letzter Stand ist noch verblieben. Der Anbieter Bauer Rück hat ein Sondernutzungsrecht dort“, so Lorenz. Mittwochs und samstags bietet Bernd Rück aus Schöneck in der Wetterau Obst und Gemüse, aber auch Eier, Nudeln, Wurst und Handkäse an. Durch sein umfangreiches Sortiment, kann er sich gut über Wasser halten.

„Es gab schon Zeiten, da haben wir jede Woche neu überlegt: Fahren wir nach Bergen oder lohnt es sich nicht?“ Er kennt die Kunden, die gerne mehr Produkte auf dem Markt kaufen würden. „Viele wünschen sich einen Metzger. Aber auch Fisch, Käse oder ein Händl-Stand könnten gut laufen“, lautet seine Einschätzung. Ein Problem sähe er allerdings bei der Parkplatzsituation. „Wenn alles voll mit Ständen ist, können die Kunden hier nicht mehr parken. Die Motivation, einzukaufen, ist gleich geringer, wenn sie ihre schweren Taschen weit tragen müssen.“

„Auch etwas Originelles“, könnte sich Renate Müller-Friese vorstellen, die von der Idee eines neuen Wochenmarktes angetan ist. „Wenn die Bewohner, so wie in Bornheim, bei einem Glas Wein zu einem Schwätzchen zusammenkommen würden, wäre das toll.“ Sie sei mit vielen Interessenten im Gespräch, die sich beteiligen möchten. „Es gibt viele Ideen von den Vereinen oder wir haben Leute im Ort, die selbst Apfelwein keltern.“ Doch die müsse sie bisher vertrösten. „Der Schelmenburgplatz ist noch ganz schief und hubbelig. Bevor er nicht saniert wird, macht es keinen Sinn“, so die Ortsvorsteherin. Die Sanierung ist für das kommende Jahr geplant. „Der Platz bekommt einen schöneren Bodenbelag und soll am Rand begrünt werden.“

„Eine Reanimierung des ehemaligen Markts ist wohl nicht drin“, so die Einschätzung von Michael Lorenz. „Für einen richtigen Wochenmarkt, braucht es ein Dutzend Stände. Aber dass zwei, drei weitere Stände ein Sondernutzungsrecht bekommen, ist denkbar.“ Über diesen Kompromiss wären sicherlich viele Bergener erfreut.

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