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Die Künstlerinnen Pia Grambart-Delalic, Michaela Heidlas-May und Nicole Wächtler (v.l.) haben auch die Wandflächen des Gärtnerhauses im Günthersburgpark mit Malerei, Relief und Mosaik neu gestaltet.

Bergen-Enkheim

Kunst in Bergen-Enkheim

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Ein Trio verschönert seit dieser Woche verschiedene Plätze und Orte in Bergen-Enkheim. Hauptnutzer sollen Senioren und Kinder sein. Die Idee dazu hatte der Ortsbeirat, der das Projekt auch finanziert.

Das Projekt „Bespiel- und besitzbare Stadt“ ist am Mittwoch angelaufen. Das Künstlerinnen-Trio „Three for wall“ wird in den kommenden Jahren Plätze in Bergen-Enkheim verschönern. Los geht es auf der Grünfläche zwischen der Bornweidstraße und den Tennisplätzen des TC Bergen-Enkheim. Nicole Wächtler, Pia Grambart-Delalic und Michaela Heidlas-May haben sich auf dem städtischen Bauhof ein paar ausrangierte Betonringe, Quader und Kübel ausgesucht. Die wollen sie nun recyclen.

Wobei der Begriff „Recycling“ natürlich nicht die Poesie des Vorgangs einfängt. „Ein Bauhof ist für Künstler ganz wunderbar“, schwärmt Wächtler. Den dort aufgegabelten Objekten will das Trio „neues Leben schenken“. Nicht nur, weil sie die Sachen bunt anmalen, mit Reliefs und Mosaiken verzieren. Auch, weil die kleinen Kunstwerke als Sitzmöbel und Spielgeräte in einem dienen sollen. Sonst hieße das Projekt ja nicht „Bespiel- und besitzbare Stadt“, sondern „bunter Ort“ oder so.

Die Idee dazu hat der Ortsbeirat 16 gehabt, das Gremium finanziert die Künstler auch aus dem eigenen Etat. Zahlen liegen noch keine vor. „Wir kalkulieren gerade“, sagt Kinderbeauftragte Sara Hammann. Eine Arbeitsgruppe des Gremiums hat sechs verschönerungswürdige Orte heraus gesucht, hat dazu auch Kinder und Senioren befragt, die Hauptnutzer sein sollen. Die Senioren sollen auf ihren Wegen und Routen Plätze finden, auf denen sie sich zwischendurch hinsetzen können. Die Kinder sollen die bunten Objekte inspirieren, öfter mal das Elterntaxi stehen zu lassen und zu Fuß zu gehen. Und zwischendurch zu spielen.

Den Kontakt zu den Künstlerinnen hat das Grünflächenamt vermittelt. Three for Wall hat unter anderem das Gartenhäuschen des Amts am Günthersburgpark verschönert. Das ist bei den Amtsleuten in guter Erinnerung geblieben. Bei der Wahl der Motive möchte das Kollektiv behutsam vorgehen. Die Farben sollen passen. Auf der Grünfläche kommen eher Grüntöne und Türkis zum Einsatz.

Nicole Wächtler freue sich auch immer, wenn sie mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommt. „Wir wollen ja auch nicht losgelöst von den Leuten arbeiten.“ Der Input sei auch wichtig, damit eine Verbundenheit zwischen Kunstwerk und Betrachtern entstehe.

Die Grünfläche an den Tennisplätzen ist ein trefflicher Ort, mit dem Kunstprojekt zu beginnen. Einmal, weil dort ohnehin viel los ist. Die Riedschüler laufen dort entlang, es ist auch eine Verbindung zur Innenstadt. Aber auch, weil der Ort sich in den vergangenen Jahren etwas zur Hundetoilette entwickelt habe, wie die Kinderbeauftragte spitz anmerkt. Das mache es nötig, sich die Wiese wieder zurückzugewinnen.

Später soll eine Urban-Gardening-Gruppe die Kunstwerke noch bepflanzen. Spender für Hundekottütchen soll es ebenfalls geben.

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