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Spaß beim Rätseln: Beim japanischen Quiz werden Tierfiguren Schriftzeichen zugeordnet.

Bergen-Enkheim

Konnichiwa, Kulturaustausch in Frankfurt

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Schüler aus Frankfurts Partnerstadt Yokohama sind Gast an der Riedschule. 

In der Japan-AG hat Kiara Olivan Neubauer schon etwas Japanisch gelernt – die Verständigung mit ihrer Austauschpartnerin klappt auf Englisch aber besser, erzählt sie. Bei der Schülerin ist seit vergangenem Donnerstag eine Japanerin aus Yokohama zu Gast. Seit 2011 zählt die zweitgrößte Stadt Japans zu Frankfurts Partnerstädten, in diesem Schuljahr findet nun erstmals ein Austausch statt. Dazu haben ein gutes Dutzend Schüler und zwei Lehrer den zwölfstündigen Flug auf sich genommen, um für einige Tage Frankfurt und die Bergen-Enkheimer Schule am Ried zu besuchen.

„Könnte es einen schöneren Namen geben?“, fragt Schulleiter Christof Gans bei der Begrüßungsfeier der Neuankömmlinge am Freitag. „Sakuragaoka High-School, so der Name der Partnerschule, heißt übersetzt: Kirschblüten-Hügel-Schule“. Dort durften Schüler der oberen Stufen im Oktober zwei Wochen verbringen und Einblicke in die fremde Kultur bekommen. „Die Gastfamilien haben die Schüler herzlich aufgenommen und sogar zu Familienfesten mitgenommen“, erzählt Lehrerin Nicole Reinecke. „Japaner gelten ja als distanziert und kühl, davon war bei unserem Aufenthalt nichts zu spüren.“

Für Kiara Olivan Neubauer ist mit dem Japanaustausch ein Traum in Erfüllung gegangen. Die 15-Jährige, die in der Nähe von Hanau wohnt, besucht schon das vierte Jahr in Folge die Japan AG, in der Leiterin Yumi Kitauchi-Olbrich den Teilnehmenden die japanische Kultur näher bringt: Rezepte, traditionelles Papiertheater und die Grundlagen von Schrift und Sprache. „Japan ist unglaublich“, sagt die Schülerin. Vor der Reise seien alle noch einmal in Höflichkeit und Benehmen geschult worden. „Alles ist strukturiert, läuft leise und höflich ab. In Deutschland heißt es auch: Rechts stehen und links gehen. Oder: Sich hinten anstellen. Aber die ziehen das konsequent durch.“

Anders als an der Sakuragaoka High-School, wie ein Referat über das japanische Schulsystem lehrt, endet die Unterrichtszeit in Bergen-Enkheim nicht erst um 19 Uhr. Nach dem Sportunterricht am Freitag Mittag werden die Schüler ins Wochenende entlassen. Mit ihrer Austauschpartnerin möchte Kiara Olivan Neubauer das Schloss Philippsruhe in Hanau besuchen, Eislaufen und sich mit den anderen Teilnehmern des Austauschs treffen.

Das offizielle Programm geht am Montag weiter. Dann werden die Gäste aus Yokohama von OB Peter Feldmann (SPD) in Empfang genommen. Am Dienstag sollen Workshops stattfinden, bei dem gemeinsam ein Thema erarbeitet wird. Der japanische Sportlehrer Takeshi Tsuda bietet am Dienstag von 14 bis 16 Uhr für alle interessierten Schüler eine Judo-Kurs in der Sporthalle an.

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