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Keine Lösung für Busverkehr in Bergen-Enkheim

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Von: Thomas Schmid

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Großer Bus, enge Gasse: die Marktstraße in Bergen. Hamerski
Großer Bus, enge Gasse: die Marktstraße in Bergen. Hamerski © hamerski

Die Situation in der Marktstraße steht seit Jahren in der Kritik. Das wurde auch in der Bürgerfragestunde im Ortsbeirat 16 noch einmal deutlich.

Fast eineinhalb Stunden dauerte die Bürgerfragestunde am Dienstag in der Sitzung des Ortsbeirates 16 (Bergen-Enkheim). Und es ging um ein Thema, das vielen Menschen in Bergen auf die Nerven geht: die vielen Busse, die im Stadtteil starten. Seit Jahren klagen die Anwohner:innen – besonders jene, die in der Marktstraße wohnen – über Lärm, Verkehrsgefährdung oder Beschädigungen an Häusern und Autos. „Bei mir hat es schon zwei Unfälle gegeben“, sagte ein Bürger. „Einmal konnte der Fahrer nicht ermittelt werden, der zweite war ein Totalschaden.“

Andere Anwohnende klagten: „An der Marktstraße fahren bis zu 20 Busse pro Stunde ab. Und selbst am Wochenende sind es noch acht. Es gibt reichlich Begegnungsverkehr in der engen Straße.“ Ein anderer Bürger ergänzt: „Zu den Stoßzeiten sind die Busse voll. Aber sonst sitzen oft nur drei Leute darin.“ Könnte man dafür nicht Kleinbusse einsetzen, fragte er. „Ich bin schon fast überfahren worden. Es ist lebensgefährlich!“, rief dazu eine Frau.

Hartwig Meier von Traffiq bekam den Ärger ab und stellte sich den Fragen. Meier ist seit 2019 Planungsleiter des Nahverkehrsangebots. „Mir ist klar, dass es schwierig ist“, sagte er. Aber einfache Lösungen gebe es nicht, sonst wären sie realisiert. „Wir sind für alle Vorschläge offen.“

Dies betreffe Fahrpläne, Taktzeiten, Fahrzeuggrößen. Und es ist nicht so, dass nicht nachgedacht werde: „Wenn man kleine Busse statt großer Busse nimmt, muss man in Stoßzeiten eben mehrere Busse laufen haben. Damit wird die Verkehrsbelastung in Bergen aber nicht geringer.“ Die Engstelle sei momentan tatsächlich aber das Fahrpersonal, das schon jetzt fehle.

Die Busse zu wechseln – große Busse in den Stoßzeiten, ansonsten kleine Busse –, sei sehr teuer. Denn dann steht immer ein Bus auf dem Betriebshof und werde nicht genutzt. „Ein Elektrobus, wie wir sie ab Ende 2024 in Bergen-Enkheim einsetzen wollen, kostet rund 500 000 Euro“, ein kleiner Bus etwas weniger.

Trotzdem, dass große Busse sich durch enge Gassen quälen, manche mit erkennbaren Schleifspuren an der Seite – muss das wirklich sein? Grundsätzlich, erläutert Meier, sei Bergen eine Endhaltestelle. Soll heißen: Drei der vier Buslinien – 40, 42, 43, jede mit unterschiedlichen Funktionen – starten hier. Und dass sie zwischen den ersten Stationen leer seien, sei normal. „Wichtig ist, ob beispielsweise der Bergen-Express, die Linie 40, an der U-Bahn-Station voll ist.“ Dies bestimme dann auch die Taktfrequenz, mit der in Bergen gestartet werde.

Die Traffiq überlege durchaus, ob man die Endhaltestelle für einige der Linien aus Bergen herauslegen könne, etwa nach Enkheim. „Bislang sind uns keine Möglichkeiten für Endhaltestellen bekannt“, so Meier, „denn da stellen sich spezifische Anforderungen.“

Hinzu komme, dass dann zumindest die Fahrgäste aus Bergen einmal öfter umsteigen müssten – und deshalb mit dem Auto fahren. „Es gibt starke Zielkonflikte, aber wir schauen uns jeden Lösungsvorschlag an.“

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