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Das Berger Rathaus in der Marktstraße ist seit Jahren eingerüstet.
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Das Berger Rathaus in der Marktstraße ist seit Jahren eingerüstet.

Bergen-Enkheim

Fünf Millionen Euro für das Rathaus Bergen

  • VonFriedrich Reinhardt
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Seit Jahren ist das denkmalgeschützte Rathaus in der Berger Marktstraße eingerüstet. Jetzt hat der Magistrat mehr Geld bewilligt, damit die Sanierung 2022 beginnen kann. Voraussetzung ist, dass die Stadtverordneten die Finanzmittel freigibt.

Seit viereinhalb Jahren verbergen Gerüste und Netze die Fachwerkfassade des Alten Rathauses in Bergen an der Marktstraße. Passiert ist an dem Berger Wahrzeichen seither nicht viel. Seit der Architekt vor rund zwei Jahren abgesprungen ist, blockierte erst ein Rechtsstreit über den Ablösevertrag die weiteren Planungen, dann musste das neue Architekturbüro eingearbeitet werden. Die zwei Millionen Euro für die Sanierung, die die Stadt für die Haushaltsjahre 2020/2021 eingeplant hatte, konnten nicht abgerufen werden und die Finanzmittel mussten eine weitere Runde durch die städtischen Gremien drehen. Nun kommt dieser gefühlt nicht enden wollende Prozess einen wichtigen Schritt voran.

Der Magistrat habe jetzt für die Sanierungsarbeiten rund fünf Millionen Euro bewilligt. Das teilte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) mit. „Es war immer klar, dass die zwei Millionen Euro nicht reichen werden. Es ist uns gelungen, die gesamten Mittel durch Umschichtung aus dem Kulturbudget zur Verfügung zu stellen, weil uns das Projekt so wichtig ist und die Sanierung nun in Angriff genommen werden kann“, sagte Jana Kremin, Sprecherin von Kulturdezernentin Hartwig.

Allerdings muss die Stadtverordnetenversammlung der Bau- und Finanzierungsvorlage noch zustimmen. Bei der nächsten Sitzung am Donnerstag, 20. Mai, werde es die Vorlage voraussichtlich nicht auf die Tagesordnung schaffen, sagte Kremin, da eine vierwöchige Frist eingehalten werden müsse. Damit würden die Stadtverordneten frühestens Mitte Juni die Mittel freigeben können.

Die Liste der notwendigen Arbeiten an dem teilweise 500 Jahre alten Gebäude ist lang. Schon 2007 wurde festgestellt, dass das Treppenhaus saniert werden muss. 2009 sollte der Brandschutz verbessert werden, doch die Untersuchungen zeigten, dass der Dachstuhl marode ist. Im Obergeschoss sind die meisten Deckenbalken morsch. Das Dach würde ohne Stützen einstürzen. Metallstangen sind quer durch das Gebäude gespannt und halten das Alte Rathaus zusammen. Zudem ist die Außenwand so geschädigt, dass man an einigen Stellen hindurch nach draußen schauen kann. Auch der Erker an der Ostseite drohte herunterzubrechen und musste abgestützt werden.

Dach und Fassade sollen so erhalten werden, wie sie die Menschen in Bergen-Enkheim kennen. „Die Fachwerkfassade behält ihren gewohnten Charakter durch eine denkmalgerechte Reparatur. Zudem werden alle Oberflächen der Böden, Wände und Decken überarbeitet“, sagt Kremin. Erhaltenswerte Bauteile, wie Fenster-, Tür-, und Wandbekleidungen würden demontiert und in einer Werkstatt für einen Wiedereinbau aufgearbeitet.

Das Erdgeschosses und das erste Obergeschoss sollen künftig wieder vom Heimatmuseum genutzt werden. Die Ausstattung für die Ausstellung des Museums wird von der Arbeitsgemeinschaft Heimatmuseum Bergen-Enkheim konzipiert und eingebaut. Zudem ist geplant, dass der Dachstuhl mit seiner besonderen Konstruktion mit kleinen Gruppen besichtigt werden kann.

Wenn die Stadtverordneten die Finanzmittel freigeben, können die weiteren Vorplanungen beginnen. Im Kulturdezernat geht man davon aus, dass die eigentlichen Bauarbeiten vor Ort Anfang 2022 beginnen können. Voraussichtlich 2024, so der aktuelle Zeitplan, wäre das nicht enden wollende Projekt dann endlich abgeschlossen. Die Menschen in Bergen-Enkheim hätten ihr Wahrzeichen in voller Pracht und das Heimatmuseum des östlichen Stadtteils seine Heimat zurück.

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