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Frankfurt/Hanau

Frankfurt: Brandstiftung an Schießstand

Beim Schützenverein, dem der Hanau-Attentäter angehörte, hat es gebrannt. Mittlerweile ist ein mutmaßliches Bekennerschreiben aufgetaucht.

Unbekannte haben im Vereinsheim des Schützenvereins Diana Bergen-Enkheim Feuer gelegt. Nach Polizeiangaben brannte bereits in der Nacht auf vergangenen Freitag ein Schützenstand. Niemand wurde verletzt; die Feuerwehr habe den Brand, der gegen 1.30 Uhr ausbrach, schnell gelöscht. Der Schaden wird auf 30 000 Euro geschätzt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Es handelt sich um den Verein, bei dem der Attentäter von Hanau, der aus rassistischen Motiven neun Menschen ermordete, trainierte. In den Tagen und Wochen vor dem Anschlag war er sehr oft dort. Der Vorstand wies Kritik zurück: Es habe keine Warnsignale gegeben, der 43-Jährige sei nicht aufgefallen. Die anderen Mitglieder seien friedlich und gesetzestreu.

Bekennerschreiben

Am Sonntag ist bei der FR ein anonymes Bekennerschreiben für das Feuer eingegangen. In der Mail steht: „Drei rechte Mordanschläge in Hessen – Kassel, Wächtersbach, Hanau. Alle Täter waren Mitglied im örtlichen Schützenverein, trainierten dort für ihre Morde.“ Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) wurde Anfang Juni 2019 ermordet, der Geflüchtete Bilal M. Ende Juli 2019 in Wächtersbach angeschossen und lebensgefährlich verletzt.

Wenn niemand Verantwortung dafür übernehme, dass Rassisten und Faschisten sich auf Attentate vorbereiteten, heißt es weiter, dann „tun wir das“. Sie hätten einen Brandsatz mit viel Benzin unter der Schießbahn des Schützenhauses gelegt. Dass der Mörder im Verein nicht auffiel, sei kein Zufall. Während die Hinterbliebenen für immer gezeichnet seien, hätten die Schützen schnell ihren normalen Betrieb aufgenommen. Jedes abgebrannte Schützenheim bedeute etwas mehr Schutz für von Rassismus Betroffene. Am Ende wird gefordert: „Wut und Trauer zu Widerstand!“ Das Schreiben wurde über die Webseiten Anonymousspeech und 5ymail verschickt, über letztere mit dem Adresszusatz „antifa“. Ob es echt ist und wer es verfasst hat, war zunächst unklar. Die Ermittlungen liefen, teilte die Polizei auf Anfrage mit.

Der Vereinsvorsitzende Claus Schmidt sagt, er sei erschüttert darüber, dass jemand meine, mit einer solchen Straftat Selbstjustiz üben zu müssen und dabei in Kauf nehme, dass Menschen verletzt werden. Denn selbst wenn das Gebäude leer war, seien zumindest Feuerwehrleute gefährdet worden. Der Verein, der keine Schuld am Hanauer Anschlag trage, stand laut Schmidt auf einer Liste von Linksextremen mit potenziellen Anschlagszielen.

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