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Die Schule am Hang muss saniert werden – bei laufendem Betrieb.

Bergen-Enkheim

Eltern der Schule am Hang protestieren

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Die Stadt Frankfurt sieht keine Chance, den Betrieb der Schule am Hang während den Sanierungsarbeiten auszulagern. Eltern der Grundschule in der Straße Am Bälchen befürchten eine unzumutbare Lernsituation und kündigen Proteste an.

Bei den Eltern der Schule am Hang formiert sich Protest. Nach wie vor sind viele von ihnen über das Vorhaben, die Grundschule in der Straße Am Bächelchen 23 bei laufenden Betrieb zu sanieren, verärgert. Vorgesehen ist, dass die Schüler während des Um- und Neubaus in Containern direkt auf dem Schulhof untergebracht werden. Über die jüngste Absage des Baudezernats, wenigstens eine „kleine Containerlösung“ zu genehmigen, zeigen sich viele Eltern so erbost, dass sie zu Protesten aufrufen möchten, teilt die Kinderbeauftragte von Bergen-Enkheim, Sara Hammann, dem zuständigen Ortsbeirat 16 mit.

Laut Schulelternbeiratsvorsitzender Frank Zierke, der zum Schuljahresende in dieser Funktion ausscheidet, wurden die Eltern der 420 Grundschüler unlängst per „Ranzenpost“ über die Sanierung informiert. „Wir haben versucht, die Informationen neutral zu formulieren“, so Zierke zur FR. „Viele, vor allem die neue Generation weiß überhaupt nicht Bescheid, was auf die Schüler zukommt. Das weiterzugeben war uns, als scheidendem Elternbeirat, wichtig.“ Voraussichtlich im Frühjahr 2020 soll mit Sanierung und Neubau bei laufendem Betrieb begonnen werden, die Fertigstellung ist für Sommer 2025 geplant. „Eine ganze Schülergeneration wird auf einer Baustelle unterrichtet“, sagt Zierke. Die Befürchtung: Eine unzulängliche Lernatmosphäre.

Eine komplette Auslagerung des Schulbetriebs sei vom zuständigen Amt für Bau und Immobilien geprüft, aus wirtschaftlichen Gründen aber abgelehnt worden. Weil sich das Bauvorhaben verzögert und verteuert hätte, hat die Schulgemeinde Anfang der Jahres freiwillig auf diese Forderung verzichtet.

„Der Spielplatz an der Röhrborngasse liegt fast brach und wird zur Zeit so gut wie gar nicht genutzt“, sagt Zierke. Deshalb hatten Eltern und Ortsbeirat die Prüfung einer Auslagerung für ein Teil der Schüler dorthin gefordert – erfolglos.

Auf Anfrage der FR teilt das Baudezernat dazu mit: „Die Nutzung des Spielplatzes würde neben den höheren Kosten auch einen hohen Aufwand an diversen Maßnahmen, wie zusätzliche Schultoiletten mit entsprechenden Leitungen und Kanälen, Sicherung eines geeigneten Schulweges und eingeschränkter Bewegungsraum für die Schüler und Schülerinnen, bedeuten.“

Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU) indes findet, dass man irgendwann auch einmal loslegen müsse. Sie deutet an, dass einige „Helikopter-Eltern“ ihre Sprösslinge wegen der Sanierung lieber an einer anderen Schule unterrichten lassen. „Ich sehe keinen Anlass dafür, dass Eltern ihre Kinder jetzt reihenweise von der Schule abmelden“, sagt Müller-Friese. „Ich habe den Bauplan gesehen. Der ist so gemacht, dass die Schüler währenddessen schon lernen können“, versucht sie besorgte Eltern zu beruhigen.

Das Baudezernat gibt auf Nachfrage an, den Aushub der notwendigen Baugrube auf die schulfreie Zeit zu verlegen. Darüberhinaus werde die Baustelle so eingerichtet, dass der Unterricht möglichst wenig eingeschränkt stattfinden könne. Bauzäune mit Sichtschutz sollen Unterrichts- und Pausenbereich von der Baustelle abtrennen – und auch gegen Verschmutzung helfen.

„Für die Klassenräume sind ebenfalls Sichtschutzmaßnahmen vorgesehen und werden in Abstimmung mit der Schulleitung angebracht“, heißt es. Außerdem sollen Baufelder nur über die umgebenden Straßen, nicht über genutzte Schulhofbereiche zu erreichen sein.

Man gehe davon aus, dass die schriftlich gemachten Zusicherungen zu Staubdämmung, Lärmschutz, Baulogistik und Wegesicherung kompromisslos eingehalten werden, so der Elternbeirat. Trotzdem zeigen sich viele Eltern skeptisch. Einige Eltern, so die Kinderbeauftragte, formieren sich derzeit, um mit medienwirksamen Aktionen zu protestieren. Eine Idee: mit Bauzäunen aufzeigen, wie wenig Platz zum Toben auf dem Schulhof bleibt.

„Wir verstehen, dass es ein langer Prozess ist, so einen Umbau überhaupt genehmigt zu bekommen und das Vorhaben selbst befürworten wir. Viele Frankfurter Schulen warten darauf“, sagt Zierke. Doch die entstehenden Kosten zulasten der zu unterrichtenden Kinder zu drücken, sei nicht der richtige Weg.

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