Bergen-Enkheim

Berger Hang: Streit um Wildwuchs

Der Bergen-Enkheimer Ortsbeirat will den Wildwuchs auf den Flächen am Berger Nordhang beseitigen lassen. Er dient Wildschweinen als Refugium und macht den Landwirten mit seinem Samenflug mehr Arbeit. Die Grünen sind gegen den Vorstoß. Sie sehen wichtigen Lebensraum bedroht.

Der zuständige Ortsbeirat 16 will auf Antrag der BFF, dass die verwilderten Flächen „Am Traubenrain“ in der Verlängerung zum Landgraben und das Flurstück am jüdischen Friedhof an der Vilbeler Landstraße von Wildwuchs befreit werden. Das hat das Gremium in seiner Sitzung am Dienstagabend entschieden. „Das sind bestimmt 20 000 Quadratmeter, die vor acht Jahren den örtlichen Bauern von der Stadt aufgekündigt wurden, da dort Ausgleichsflächen für das Neubaugebiet Leuchte entstehen sollten“, so Ellen Wild (BFF).

Bei einer Begehung der Flächen mit einem Landwirt und dem BFF-Fraktionschef im Römer, Mathias Mund, sei das Problem deutlich geworden sei: Über zwei Meter hohe Disteln, Brombeerhecken und Jungbäume würden Wildschweinen ein perfektes Versteck bieten, die umliegende Felder verwüsten. Die Tiere stellten eine Gefahr für Hunde und Spaziergänger dar.

„Außerdem geht von diesen Flächen starker Samenflug aus. Das sorgt bei Landwirten für Mehrarbeit“, so Wild. Sie fordert den Magistrat auf, die ursprünglich geplanten Streuobstwiesen anzulegen und zu pflegen. Alternativ könnten die Flächen den Landwirten wieder nutzbar gemacht werden.

Die Grünen stimmten als einzige Partei gegen den Antrag der BFF, die SPD enthielt sich. Dimitrios Bakakis (Grüne) kann die Argumentation von Wild nicht nachvollziehen: „Immer mehr Tierarten verschwinden. Wir erleben ein Insektensterben. Und trotzdem werden hier diese Lebensräume platt gemacht“, sagt er. Auch Disteln und Karden hätten in einem Ökosystem ihre Funktion, seien Nahrungsquellen für Insekten, die wiederum Vögeln Nahrung bieten. Sie könnten nicht einfach wie Schädlinge behandelt werden.

Ob die Streuobstwiesen, die Ellen Wild statt des Wildwuchses fordert, einen ökologischen Mehrwert haben, sei unklar. „Aber diese Flächen können so wie sie derzeit sind ebenso als Ausgleichsflächen für das Neubaugebiet dienen. Ohne dass man sie plattwalzen muss“, findet Bakakis.

Selbst wenn es an der Stelle ein Problem mit Wildschweinen gäbe, könnten umweltschonendere Maßnahmen helfen, meint er. Etwa das Aufstellen von Zäunen.

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