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Für die FES ist der Kleinmüllplatz in Enkheim nicht mehr zeitgemäß.

Bergen-Enkheim

Bergen-Enkheimer Kleinmüllplätze bleiben

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FES will die beiden Sammelstellen im Stadtteil nicht durch eine große ersetzen. Bürger fordern größere Müllcontainer in der Anlage an der Barbarossastraße.

In Bergen-Enkheim wird es vorerst weiterhin zwei Kleinmüllpätze geben. Die Frankfurter Service und Entsorgungs GmbH (FSE) möchte sowohl die Anlage am Landgraben als auch die an der Barbarossastraße erhalten. Das sagte der Sprecher der Entsorgungsfirma Michael Werner in der Sitzung des Ortsbeirats 16 am Dienstagabend.

Nach einigem Unmut über die Pläne der Stadt, die Kleinmüllplätze durch einen größeren zu ersetzen, hatte das Stadtteilgremium einen FES-Vertreter eingeladen, Auskunft zu geben (die FR berichtete).

Die Situation sei zwar im Sommer ein Thema gewesen, sagte Werner. Da derzeit aber ohnehin keine Ersatzfläche im Stadtteil in nötiger Größe verfügbar sei, stünde zunächst keine Veränderung bevor. Die Berufung der Stadtteilpolitiker auf den Grenzänderungsvertrag, der bei der Eingemeindung Bergen-Enkheims 1977 geschlossen wurde, hält er nicht für ausreichend. Darin sei festgehalten, beide Müllplätze sollen „für eine Übergangszeit weiter bestehen“, zitiert Werner: „Eine lange Übergangszeit.“ Bei Änderungen sei aber „eine Stellungnahme des Ortsbeirats einzuholen“, konterte Sozialdemokrat Eberhard Schwarz mit einem weiteren Zitat.

Für die Einrichtung eines neuen Platzes – eine Erweiterung komme wegen des angrenzenden Landschaftsschutzgebietes nicht in Frage – zählte Werner dennoch zahlreiche Gründe auf. Die bestehenden Müllplätze seien klein, nicht mehr zeitgemäß, einige Materialien wie Baustoffe, Mischabfälle und Altreifen könnten deshalb nicht abgegeben werden. Aufgrund eines fehlenden Stromanschlusses für Beleuchtung müssten die Plätze im Winter bereits um 16 Uhr schließen.

Die Fußläufigkeit im bergigen Stadtteil müsse erhalten bleiben, befand eine Bürgerin. Einen Stromanschluss könne man auch zu den kleinen Plätzen legen. Derzeit wäre der Bedarf für die Bewohner genau gedeckt. „Da die meisten nicht mehr selbst bauen, hat keiner mehr Bauschutt.“ Und Handwerker könnten diesen nach Kalbach oder Höchst bringen. „Die meisten fahren sowieso wieder raus aus dem Stadtteil.“ Im nahen Fechenheim sei ein weiterer Entsorgungsplatz, der viele Stoffe annehme, sagte Dirk Müller-Mamerow (WBE).

Besonders beim Wegfall des Berger Platzes am Landgraben, stieß ein Bürger an, sehe er die Gefahr, dass es zu noch mehr wilden Müllablagerungen rund um die Anlage kommen könnte. „Bergen ist mit seinen Umfahrungsstraßen so gut an die umliegenden Orte angeschlossen, dass viele Auswärtige die Gelegenheit nutzen, hier irgendwo ihren Müll abzulegen. „Hier gibt es kein Naturschutz- oder Landschaftsschutzgebiet, nur einen riesigen Müllplatz“, so Müller-Mamerow.

Die wilden Ablagerungen seien auch der FES bekannt, und immer wieder Thema, sagte Werner. „Das ist natürlich eine Straftat.“ Sein Unternehmen habe bereits Detekteien beauftragt, die Täter erwischt hätten. „Die müssen 150 Euro aufwärts zahlen“, so Werner, „sie haben das dann wahrscheinlich auch nicht noch einmal gemacht.“

Dass Altpapier- und Plastikcontainer am Kleinmüllplatz Enkheim oft überfüllt sind, war für mehrere Bürger ein weiteres Ärgernis. Für den FES-Vertreter dagegen ein Grund, der für einen größeren Platz spreche. „Manchmal reicht es, große Verpackungen nicht nur rein zu werfen, sondern vorher auch kleinzumachen“, lautete der Tipp von einem Bürger. „Außerdem müsste der Container öfter geleert werden.“

Dass der Ortsbeirat in Zukunft noch vor der Presse in die Planung eingebunden wird, versprach Werner „hoch und heilig“.

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