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Container will jeder, aber nicht an jedem Ort.

Bergen-Enkheim

Bergen-Enkheim: Wohin mit Altglascontainern?

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Die Standortsuche für Altglascontainer im Stadtteil gestaltet sich schwierig. Der Ortsbeirat 16 will vermitteln.

Das Dilemma betrifft nicht nur Bergen-Enkheim: Jeder möchte einen Altglascontainer gerne fußläufig erreichen können, doch keiner will ihn vor seiner Haustüre haben. Nachdem ein verärgerter Anwohner am Landgraben dem Regierungspräsidium Darmstadt wegen Lärmbelästigung eine Klage angedroht hatte, zog die Recycling-Firma Remondis kurzerhand die dortige Entsorgungsstation ab. Jetzt fehlt er vielen anderen Anwohnern in ihrem Alltag, doch die Suche nach einem geeigneten Standort stellt sich als zunehmend problematisch heraus.

Ihr Leid klagten bei der Ortsbeiratssitzung in der vergangenen Woche zwei Bergen-Enkheimerinnen, die seit dem letzten Sommer statt einem zwei Container in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnung an der Ecke Vilbeler Landstraße/Heilsberger Straße haben. Sie stört nicht nur, dass das Einzugsgebiet für die Container jetzt größer ist. Viele kommen mit dem Auto und lassen den Motor vor ihrem Haus laufen.

Außerdem beschwerten sich Bewohner am Landgraben, wo vorher an der Bushaltestelle „Marktstraße/Landgraben“ ein Glascontainer stand, nicht nur darüber, dass sie jetzt weit laufen müssen, sondern auch über die Vermüllung des ehemaligen Standorts. „Viele bringen weiterhin ihr Altglas dorthin und stellen es einfach auf der Grünfläche ab“, heißt es. Mehr als fünf Stellen im Stadtteil, an denen in den vergangenen Jahren Abgabestellen für Glasmüll verschwunden sind, konnte eine Bürgerin aufzählen.

Die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) ist für die Entsorgung zuständig. Von ihr ist die Firma Remondis mit dem Abtransport beauftragt. „Für die Standortfindung ist aber vorrangig der jeweilige Ortsbeirat zuständig“, sagt Michael Werner, Pressesprecher der FES. Was die Sache kompliziert macht: Wenn keine Sondergenehmigung vorliegt, müssen zwischen Container und Wohnhaus mindestens zwölf Meter Abstand liegen. Für den Landgraben ist diese mit dem Abtransport entzogen worden.

Bergen-Enkheim: Ortsbeirat spricht mit FES

Dass ein großer Teil der Altglascontainer in Frankfurt näher an Wohnraum angrenzen und Sondergenehmigungen eher die Regel sind, bestätigte Michael Werner von der FES auf Anfrage der FR. „Andernfalls könnte man Container im Stadtbereich nur noch auf großen Grünflächen oder am Stadtrand aufstellen. Den Weg will ja auch keiner auf sich nehmen“.

Wenn die Einwurfzeiten eingehalten werden, hätten die meisten Anwohner kein Problem mit den Containern. „Zu Beschwerden kommt es nicht häufig, und dass so massiv gedroht wird, schon gar nicht“, so Werner. Dass Klagen dieser Art zunehmen könnten, besorgte auch den Ortsbeirat. Eine Beschwerde eines einzelnen Bürgers dürfe nicht in Entscheidungen zu Lasten vieler münden – dazu noch über die Köpfe des Ortsbeirats hinweg.

Der Ortsbeirat 16 sei mit der FES diesbezüglich bereits in Kontakt. Schnellstmöglich solle die von der FES angebotene Standplatzberatung in Anspruch genommen werden, kündigte Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU) an. Die Vorschläge, erneut eine Sondergenehmigung für den Landgraben einzuholen oder Container am Sportplatz aufzustellen, wurden schnell als mangelhaft abgetan. Den Bürgerinnen aus der Vilbeler Landstraße versprach sie, sich dafür einzusetzen, dass sich die Anzahl an Altglascontainern dort wieder halbiert.

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