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Heinz Heußer freut sich über die neuen Rampen, die er beim Triebstraßenfest mit seinem Rollator testete.

Bergen-Enkheim

Barrierefrei über das Fest

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Größer, schöner und besser hat sich das Triebstraßenfest in Bergen-Enkheim den Besuchern präsentiert. 

Mit Posaunen und Trompeten bläst die Stadtkapelle einen fröhlichen Marsch in die sonnengetränkte Frühlingsluft über der Triebstraße, wo am Sonntag zum 22. Mal das Triebstraßenfest stattfand. An der Bühne vorbei in Richtung der mehr als 30 Stände von Betrieben, Ausstellern und Kleinkünstlern, schlendert rege ein gemischtes Publikum; Kinderwägen, Bobbycars und Rollatoren schieben sich Seite an Seite durch die plappernde Menge.

„Größer, schöner, besser“, sei alles in diesem Jahr, findet Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU). Das liege nicht nur am guten Wetter, sagt der Vorsitzende des veranstaltenden Gewerbevereins, Frank Weil. Dass die Straße fast lückenlos mit Ständen gefüllt ist, sei ein Spiegel für die gute Zusammenarbeit der Vereins- und Gewerbetreibenden des Stadtteils.

„Viele Bürger sind in unterschiedlichen Vereinen aktiv“, sagt Weil. Er selbst ist seit zwölf Jahren im Vorsitz des Gewerbevereins und erinnert sich an Jahre, in denen die Besucherzahlen eher mau ausfielen – und das, obwohl Bergen-Enkheim als Stadtteil mit der höchsten Vereinsdichte bekannt ist.

Auch Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) schlendert über das Fest. Es seien „wesentlich mehr“ Besucher als sonst, findet sie. Obschon sie das Treiben auch privat genießt, ist sie vor allem in ihrer Funktion als Stadträtin gekommen. Denn künftig sollen Vereine unterstützt werden, ihre Feste „barrierefrei und sicher“ zu gestalten.

So stellt die Stabstelle Inklusion Vereinen künftig zwölf neue Kabelbrücken kostenlos zur Verfügung, die es „allen“ ermöglichen sollen, „zum Fest zu kommen“, so Birkenfeld. Am Sonntag wurden die neuen Rampen erstmals eingesetzt.

Heinz Heußer testet die kleine blaue Brücke mit seinem Elektromobil und findet sie „ganz fantastisch“. Der 90-Jährige berichtet, dass er auf Festen oft rückwärts über Kabel fahren muss, oder auf die Hilfe anderer angewiesen sei, um sie zu überwinden.

Auch Gerlinde Enz besucht das Fest seit jeher, um die Vereine und das Ehrenamt zu unterstützen: „Zum Muttertag ist das ein Muss“, sagt die Anwohnerin. Das Besondere am Triebstraßenfest sei, dass es so klein ist. „Alle rücken zusammen.“ So stehen dicht an dicht Grillstände der Freiwilligen Feuerwehr. Das Hörstudio, schräg gegenüber, verteilt gratis Ohrenstöpsel, der Tierfutterhandel verlost Futterproben „für den allergischen Hund“, im Hof der AWO stehen Kaffee und Streuselkuchen für die Besucher bereit, vor dem Stand des Karnevalvereins Enkheim tanzt die Minigarde. Alle haben ihren Spaß, auch die Kinder. Wie die jauchzende Dreijährige, die in einer Plastikkiste die Rollenrutsche des Spielmobils herabdüst, oder der Sechsjährige, der sich beim Kinderschminken in einen Fuchs verwandeln lassen möchte.

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