Das Alte Rathaus in der Marktstraße in Bergen ist seit Jahren eingerüstet.

Bergen-Enkheim

Bergen-Enkheim: Neues zum Alten Rathaus in der Marktstraße

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Seit 2012 ist das Alte Rathaus in der Marktstraße eingerüstet, weil es saniert werden soll. Der Beginn der Arbeiten verzögert sich aber immer wieder. Die Stadt informiert jetzt den Ortsbeirat über den aktuellen Stand.

Er sei selbst gespannt, sagt Horst Becker vom Heimatverein Bergen, was bei der Ortsbeiratssitzung für Bergen-Enkheim vorgestellt wird. Dort soll eine Vertreterin des Kulturamtes zugegen sein und Auskunft zum Alten Rathaus geben. Das Fachwerkgebäude an der Marktstraße, Wahrzeichen des Stadtteils, ist seit 2012 wegen Einsturzgefahr unzugänglich. Bis dahin war es der Sitz des Heimatmuseums.

„Es sind ja immer mehr Dinge gefunden worden, die marode sind“, sagt Becker. „Die Wasserleitungen etwa, aber vor allem sind die Hälfe der hölzernen Querbalken im Dach morsch und müssen ersetzt werden.“ Immer wieder wurde der Sanierungsstart seitens der Stadt verschoben.

Zuletzt sei Becker im Januar über einen Beginn der Arbeiten im Juni dieses Jahres informiert worden. Jetzt geht er von Frühjahr 2020 aus. „Da muss ja jeder Vorschlag von so vielen Ämtern abgesegnet werden“, erklärt sich das Becker. Obwohl er sich Klarheit wünscht, zeigt er dennoch Verständnis für die Verzögerungen. „Die berechneten Kosten sind gestiegen, das Geld war lange noch nicht vollständig vorhanden.“ Seit der letzten ihm vorliegenden Berechnung hätten sich die Kosten für die Sanierung des Gebäudes verdoppelt.

Modernes Museumskonzept

Schon um das Jahr 1300 wurde für Bergen und Enkheim ein Gemeindehaus gebaut. Da sogenannte Spilhus diente als Markthalle und Gerichtsplatz. Die Obergeschosse wurden nach 1500 im Stile bäuerlicher Spätrenaissance hinzugefügt. Schon Angehörige der englischen und schwedischen Königshäuser sollen dort zu Gast gewesen sein.

Vor der Eingemeindung Bergen-Enkheims in den 1970er Jahren wurde es als Rathaus genutzt. Wenn die Arbeiten an dem historischen Gebäude beendet sind, soll das Heimatmuseum dort wieder einziehen. In Zusammenarbeit mit dem Hessischen Museumsverband wurde ein modernes Konzept erarbeitet, das auch kleine Veränderungen im Innenraum, etwa einen Rundgang, vorsieht.

„Wir haben uns Museen in Schwanheim und Raunheim angeschaut, die ein modernes Ausstellungskonzept haben – daran haben wir uns orientiert“, sagt Becker. „Nur so können wir Zuschüsse, für Vitrinen zum Beispiel, bekommen.“ Das Konzept hatten sie bereits vor drei Jahren eingereicht, eine Voraussetzung für die Gebäudesanierung.

Derweil nutzt das Heimatmuseum das gegenüberliegende Gebäude, die Marktstraße 38, als Archiv und Ausstellungsraum. Ein Bruchteil der Exponate sind dort auf 40 Quadratmeter Fläche als Ausstellung aufbereitet. Demnächst soll der Raum immer am ersten Sonntag im Monat öffnen. „Wenn das Rathaus dann saniert ist, wird es die nächsten hundert Jahre halten“, hofft Becker.

Der Ortsbeirat16 tagt am heutigen Dienstag, 17. September, um 19.30 Uhr in der Nikolauskapelle, Marktstraße 56.

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