Sie sind Three for Wall: Die Künstlerinnen Pia Grambart-Delalic, Michaela Heidlas-May und Nicole Wächtler (v.l.) verschönern zur Zeit Bergen-Enkheim.

Bergen-Enkheim

Nachbarn fürchten nächtlichen Radau auf den neuen Kunstmöbeln

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Der Start des Projekts „Bespiel- und besitzbare Stadt“ löst nicht nur Freude im Stadtteil aus.

Der Start des Projekts „Bespiel- und besitzbare Stadt“ löst nicht nur Freude im Stadtteil aus. Vor allem, dass die Kunstobjekte auch Sitzflächen bieten, stört manchen. Nachbarn befürchten, die falschen Leute könnten zur falschen Uhrzeit die neu installierten Sitzgelegenheiten für sich entdecken. Laute Jugendliche, spätabends.

„Wir wurden kritisiert, beschimpft und bedroht wegen der besitzbaren Stadt“, sagt Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese in der Sitzung des Ortsbeirats am Dienstag. „Einige gehen davon aus, dass Jugendliche durch die Sitzgelegenheiten animiert werden zu rauchen, zu trinken, zu kiffen, Lärm zu machen.“

Der Ortsbeirat hat sich deshalb eigens Torsten Trumpp eingeladen, den Schutzmann vor Ort des 18. Polizeireviers. Der schätzt die Teenager in Bergen-Enkheim anders ein. „Jugendkriminalität ist in Bergen-Enkheim kein Schwerpunkt“, sagt er. „Mit den Jugendlichen, mit denen wir hier zu tun haben, kann man immer gut reden.“

Es sei normal, dass junge Menschen je nach Witterung auch abends gerne rausgehen. „Grade die ganz jungen dürfen und sollen ja auch nicht in die Kneipe“, sagt Trumpp. Seine Bitte um Verständnis erntete beim Gros der Ortsbeiräte und Bürger Applaus. Trotzdem stellte er klar: Wenn es zu illegalem Verhalten oder Tätigkeiten komme, würde die Polizei einschreiten.

Das Künstlerinnen-Trio Three for Wall hat Anfang September mit den Arbeiten begonnen. Zwei Plätze sind derzeit in Arbeit, stellt Kinderbeauftragte Sara Hammann den aktuellen Stand des Kunstprojekts vor.

Auf die Grünfläche zwischen Bornweidstraße und den Tennisplätzen haben die Künstlerinnen zehn Objekte aufgestellt. Besonders Kinder und Senioren sollen davon profitieren. Vier werden bepflanzt, sechs sind zum Spielen und Sitzen. Auch der sogenannte Schulplatz ist noch dieses Jahr dran.

Pflanzpaten gesucht

Die Objekte stammen vom städtischen Bauhof, sind ausrangierte Betonringe, Quader und Kübel. Die Künstlerinnen wollen sie bunt bemalen, mit Reliefs und Mosaiken verzieren. An der Auswahl der insgesamt sechs Standorte seien 120 Kinder beteiligt gewesen, sagt Hammamm. Die Standort sollen durch ein Wegenetz verbunden sein. Das soll die Kinder zum Laufen animieren. Fertig sind die Kunstwerke noch nicht, sagt die Ortsvorsteherin. Farbe und Pflanzen fehlen noch, auch Paten sind noch willkommen, die sich um die Pflanzen kümmern.

Ganz entspannt scheint der Streit um die Objekte allerdings noch nicht zu sein. Ellen Wild (BFF) befürchtet noch immer, es könne „Krach auf den Bänken“ sein. Dimitrios Bakakis (Grüne), dessen Partei den Antrag für eine „Bespielbare Stadt“ eingereicht hatte, wies darauf hin, das die anderen Ortsbeiräte seinerzeit angeregt hatten, den Antrag für Senioren um Sitzmöglichkeiten zu erweitern. Alle hätten dafür gestimmt. svo

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