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Die Aufkleber sind in vielen Geschäften in Frankfurt zu sehen.

Bergen-Enkheim

Bergen-Enkheim: Hilfe für Kinder in Not

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Aufkleber zeigen Kindern, wo sie Hilfe erhalten, wenn sie sich nicht sicher fühlen. Doch nach wie vor kennen viele die Kampagne „Noteingänge für Kinder“ nicht. Der Regionalrat will dies nun ändern.

An Türen und Schaufenstern vieler Geschäfte kleben sie noch. Auch der Eingang der Enkheimer Sparkasse trägt den gelben Aufkleber mit grüner und roter Aufschrift „Noteingang – Hier finden Kinder Hilfe“. Er informiert Kinder und Jugendliche, die sich auf ihrem Schulweg oder generell auf der Straße unsicher fühlen.

Nachdem die Aktion, die es in vielen Frankfurter Stadtteilen und bundesweit gibt, 2008 vom örtlichen Regionalrat in Bergen-Enkheim ins Leben gerufen worden ist, haben die Verantwortlichen am Dienstag im 18. Polizeirevier die „Wiederbelebung“ angekündigt. In den vergangenen Jahren sei die Aktion „ein kleines bisschen eingeschlafen“, berichtete Werner Kirchhof, Vorsitzender des Bergen-Enkheimer Regionalrates.

38 Geschäfte hätten die Hinweise zuletzt in ihre Schaufenster geklebt. Mindestens noch einmal so viele sollen im kommenden Jahr dazu kommen. Von der Bäckerei über die Post, das Rechtsanwalts- und Versicherungsbüro, Friseur- und Optikergeschäft bis zum Juwelier oder den Döner-Imbiss würden sich alle Einzelhändler und frei zugängliche Einrichtungen an der Aktion beteiligen. Sie seien von Kirchhof und von Günther Kraus, dem Ehrenvorsitzenden des Bergen-Enkheimer Gewerbevereins, angesprochen worden.

Kraus hat selbst ein Schreibwarengeschäft in der Triebstraße und den Sticker seit Beginn der Aktion im Fenster kleben. Mit Erfolg. „Etliche Kinder haben schon um Hilfe gebeten“, sagt er. Mal habe ein „kleiner Zwockel nach einem Glas Wasser gefragt“, mal sei ein Mädchen von der U-Bahn-Station verfolgt worden und habe Schutz in seinem Laden gesucht.

Aufkleber kaum bekannt

„Wenn ihr mal ganz dringend auf Toilette müsst oder euren Haustürschlüssel verloren habt, bekommt ihr überall Hilfe, wo ihr das freundliche Männchen seht“, sagt Claudia Heil vom städtischen Präventionsrat zu den Erstklässlern der Schule am Hang, die bei der Neu-Vorstellung der Aktion im Polizeirevier zugegen waren.

Feyza, Heider und Sophie hätten die Aufkleber bisher noch nicht im Viertel entdeckt, berichten die Siebenjährigen. Anja Rickert, Elternbeirätin an der Schule am Ried, habe auch noch nicht viele Hinweise gesehen. Die Mutter zweier Töchter im Teenager-Alter sagt, die Anlaufstellen in den Läden seien auch für ältere Kinder von der „fünften bis zur siebten Klasse“ wichtig, wenn die Schüler etwa „von anderen gejagt“ werden würden.

Um die Aktion in den drei Schulen des Quartiers bekannter zu machen, soll es „Schulwegpläne“ mit den einzelnen Hilfsstellen geben. Zudem sind „Noteingangs-Rallyes“ geplant, bei denen Schüler und Lehrer die Orte mit den Stickern ablaufen sollen, um sie im Notfall schneller zu finden.

Infos zu den Noteingängenbei der Stadt unter Telefon 212-354 43 und im Internet unter www.gewalt-sehen-helfen.de.

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