+
Lässt sich der Brandschutz in der Nordweststadt verbessern?

Frankfurt-Nord

Gut beraten in Notfällen

  • schließen

Die Feuerwehr informiert über Brandschutz und diskutiert mit dem Ortsbeirat 8 wie sich dieser in der Nordweststadt verbessern lassen kann.

Wie lässt sich der Brandschutz in der Nordweststadt verbessern? Über diese Frage diskutierte der Ortsbeirat 8 in seiner Sitzung am Donnerstag mit Holger Spuck von der Branddirektion Frankfurt. Insbesondere die vornehmlich deutschsprachigen Notfallpläne und Fluchtwegbeschilderungen in Hochhäusern sind dem Stadtteilparlament ein Dorn im Auge. „Die Bewohnerstruktur der Nordweststadt besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Nationalitäten und Muttersprachen“, erklärt Joachim Rotberg von der CDU-Fraktion. „Viele können die Brandschutzhinweise nicht lesen. Besonders in einer Notsituation kann das zu Missverständnissen führen“, kritisiert er.

Der Feuerwehr ist das Problem bekannt. Bei Mehrparteienhäusern müssten mehrsprachige Hinweistafeln angebracht werden, bestätigt Holger Spuck. „Diese sollten der individuellen Herkunft der Mieter angepasst werden.“ Das müsse jedoch auf freiwilliger Basis realisiert werden. „Die Feuerwehr kann die Vermieter rechtlich nicht verpflichten“, erklärt der Sachbearbeiter der Branddirektion. Zwar müsse in allen Sonderbauten wie öffentlichen Gebäuden oder Hochhäusern ab einer Höhe von 22 Metern eine Brandschutzordnung aushängen, über die mehrsprachige Ausfertigung derselben könne die Wehr aber keine Vorgaben machen. „Hier können wir nur in beratender Funktion aktiv werden“, sagt Spuck. Ein mit wenig Aufwand verbundener Hinweis für Hauseigentümer: Die einseitige Bandschutzordnung kann online in bis zu 150 verschiedenen Sprachen heruntergeladen werden.

Öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten stattet die Feuerwehr zwecks Brandschutzaufklärung regelmäßig Besuche ab. Für andere Gruppen wie Firmen oder Vereine gilt: „Wir kommen gerne auf Anfrage vorbei und informieren in allen Brandschutzfragen“, betont Spuck. Ein Anliegen sei ihm, dass sich Bürger bei Unsicherheiten oder Auffälligkeiten, die den Brandschutz betreffen, per Mail bei der Direktion melden. Etwa, wenn Feuerwehrzufahrten zugeparkt oder durch Müllablagerungen blockiert werden. „Das wird im Notfall zum Problem, weil wir dann keinen Zugriff auf die Gebäude haben“, erklärt der Sachbearbeiter.

Eine langfristige Lösung wäre, Schranken an den Einfahrten anzubringen. „Auch hier müssen bei nicht öffentlichen Gebäuden die Wohnbaugesellschaften und -genossenschaften selbst aktiv werden“, so Spuck. Gleiches gilt für Flucht- und Rettungswege in Wohnhäusern. „Die Treppenhäuser müssen frei sein. Oft blockieren Gegenstände die Fluchtwege.“ Hier appelliert er an Bewohner, der Direktion entsprechende Fälle zu melden.

In einem Antrag der CDU-Fraktion, der ebenfalls am Donnerstag verabschiedet wurde, wird der Magistrat gebeten, die Immobiliengesellschaften der Nordweststadt über Brandschutzvorkehrungen, insbesondere über die mehrsprachige Brandschutzordnung, zu informieren sowie ergänzend Präventionsbroschüren in unterschiedlichen Sprachen in Betracht zu ziehen.

Kontaktzur Branddirektion: vb@frankfurt-stadt.de, feuertrutz.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare