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Tanja und Guido Abt wollen die Welt erleuchten (was aber nur am fahrenden Auto funktioniert)

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Mit beleuchteten Felgen in die Erfinder-Show

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Ein Frankfurter Tüftlerpaar präsentiert Autozubehör im Fernsehen.

Als sich das Auto in Bewegung setzt, beginnen die Speichen der Felgen zu leuchten. Erst sind die fünf Streifen noch gut einzeln zu erkennen. Mit zunehmender Geschwindigkeit verschmelzen die Lichter miteinander und bilden durchgängige Ringe. Das Ganze soll nicht einfach nur eine optische Spielerei sein, sondern für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Und erfunden wurde es in Frankfurt.

Vor etwa eineinhalb Jahren bemerkte Tanja Abt abends auf der Straße ein paar Fahrradfahrer mit beleuchteten Speichen. Sie fand die Idee klasse, und als sie zu Hause war, fragte sie ihren Mann Guido, warum es so etwas nicht für Autos gebe. „Ich habe ihn dann zwei Wochen damit genervt“, sagt die 40-jährige Grundschullehrerin und lacht. Schließlich habe ihr Mann sich der Frage angenommen und die Idee zu den beleuchteten Felgen gehabt. Gemeinsam mit seinem Cousin Timo Schorn kreierte er aus dem Einfall einen konkreten Prototyp im Keller der Abts in Kalbach. Guido Abt, Transportation-Designer, kümmerte sich um die Gestaltung, Veranstaltungstechniker Schorn um die Elektronik.

Im Grunde ist ein Adapter entstanden, der auf eine Alufelge aufgesteckt wird. Durch die Schwerkraft und die Bewegung des Autos wird ein Nabendynamo angetrieben, der mittels Induktion die LEDs mit Strom versorgt. Für den Straßenverkehr zugelassen ist allerdings nur die Farbe Orange. Zwar können die LEDs auch in anderen Farben leuchten, erlaubt sind die auf der Straße allerdings nicht. Dafür können die Leuchten per App an- und ausgeschaltet werden und brennen, wenn das Auto an einer Ampel steht, sogar nach.

Die Beleuchtung soll nicht nur gut aussehen und vielleicht in der Tuningszene zum Einsatz kommen, sondern bei allen Verkehrsteilnehmern für mehr Sicherheit sorgen. Den Erfindern schwebt vor, dass das Licht Wildtiere abschreckt, damit sie nicht die Straße überqueren und einen Unfall verursachen. Auch in der Innenstadt könnten die Lichter helfen, etwa indem sie leise Elektroautos für Radfahrer besser sichtbar machen.

Erfinder der Felgenbeleuchtung

Ein besonderer Tag wird für die drei Erfinder der Felgenbeleuchtung der Dienstag. Dann präsentiert das Trio seine Erfindung live in der TV-Show „Das Ding des Jahres“ auf Pro7. Das Ehepaar hatte die Show schon 2018 verfolgt und sich spontan beworben. „Auf einmal waren wir in der Liveshow. Damit hätten wir dann doch nicht gerechnet“, sagt der 48-jährige Guido Abt. Nun wollen die drei schauen, was beim Auftritt herauskomme. An den Sieg glaubt Guido Abt momentan nicht. Auch weil er nicht weiß, gegen welche anderen Erfindungen sich die Felgenadapter durchsetzen müssen.

Zwar ist die Konkurrenz nicht bekannt, aber der Ablauf steht bereits fest. Zunächst müssen die Frankfurter gegen eine themenähnliche Erfindung im direkten Duell antreten. Drei Minuten haben sie Zeit für die Präsentation, dann folgt die Interaktion mit dem Expertenteam, das aus Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, den Moderatoren Lena Gercke und Joko Winterscheidt sowie dem Rewe-Einkaufschef Hans-Jürgen Moog besteht. Das letzte Wort hat aber das Publikum – es entscheidet, wer eine Runde weiter kommt.

Neben diesem Duell wird es zwei weitere geben, so dass drei Teams in der zweiten Runde antreten. Aus ihnen wählt das Publikum schließlich einen Gewinner, der gleich im Anschluss im Finale antritt. Wer schließlich das „Ding des Jahres“ wird, dürfen dann auch die TV-Zuschauer per Telefon entscheiden. Die möglichen Finalgegner stehen bereits fest. Unter anderem eine faltbare Silikonbackform, eine Anhängerkupplung für Rollstühle sowie ein Fahrradschlauch mit zwei Enden, der montiert werden kann, ohne dass man das Rad ausbauen muss.

Erfahrung als Erfinder haben die Abts bereits. Vor fünf Jahren gründeten sie eine Firma und entwickelten einen Luftfilter für Automotoren. Die „Airbox“ sorge für eine höhere CO2-Reduktion als herkömmliche Luftfilter. Einige große Unternehmen hatten zwar Interesse daran, aber der Durchbruch gelang nicht. „Mit dem ersten Produkt wollten wir die Welt retten, mit dem zweiten wollen wir sie erleuchten“, sagt Tanja Abt.

Für die Felgenbeleuchtung hat Guido Abt bereits Zukunftspläne. „Man könnte die LEDs der Felge mit den Blinkern koppeln, damit sie beim Abbiegen mitblinken“, sagt er. Und die Vision des 48-Jährigen: „Ich hoffe, dass sie in Zukunft an jedem Auto dran sind.“

„Das Ding des Jahres“ mit der Frankfurter Erfindung läuft am 26. März, live ab 20.15 Uhr auf Pro7.

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