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Ostend

Belebung eines unansehnlichen Betonplatzes

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Das Nachbarschaftszentrum Ostend hat zum "Frühlingsfest am Arnsberg-Platz" eingeladen und Hunderte kommen.

Auf dem Paul-Arnsberg-Platz herrscht am Sonntagnachmittag das pralle Leben. Hunderte Besucher bevölkern den betonierten Platz an der Rückertstraße bei sommerlichen Temperaturen. Zum neunten Mal hat das Nachbarschaftszentrum Ostend zum Frühlingsfest geladen.

Auf einer Bühne treten internationale Musiker und Tanzgruppen auf. Die wenigen festen Sitzgelegenheiten sowie aufgestellte Bierzeltgarnituren unter Pavillons und Sonnenschirmen sind gut besetzt. Vereine, Parteien sowie Initiativen aus dem Quartier bieten Essen und Getränke. Zwischen mehr als 30 Essens- und Infoständen spielen Kinder. Ein Hüpfkissen wird genutzt. Daneben gibt es mobile Spielgeräte.

Barbara Conrad-Langner vom Nachbarschaftszentrum sagt: „Wir feiern ein interkulturelles Stadtfest zur Belebung des Platzes“. Die Besucherzahl beziffert sie auf rund 500 Familien. Es ist ein seltenes Bild, das sich an diesem Tag zeigt. Lukas, der seinen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, steht in dunkler Kleidung und Sonnenbrille in der Mitte des Platzes. Seit sieben Jahren lebe er nebenan und sehe selten Leute auf dem Platz. Nur einmal habe er dort Frisbee gespielt. Warum? „Man merkt es jetzt, es brennt gnadenlos runter“, sagt der 27-Jährige. Die Bäume, die zwischen die Betonplatten gepflanzt wurden, spenden keinen Schatten.

15 nicht sonderlich groß gewachsene Exemplare stehen auf dem Platz verteilt. Gudrun Schmidt von der Paul-Arnsberg-Platz-Initiative, kurz „Papi“, sagt: „Die Bäume stehen seit zehn Jahren und sind nicht größer geworden“. Viele Ideen hat die Initiative gesammelt, um den Platz umzugestalten.

Auf einer Infotafel präsentiert sie diese am Sonntag. Der dreieckige Platz ähnelt auf Skizzen einem Tortenstück. An der breiteren Hälfte schlägt die Initiative eine „Teilentsiegelung“ vor. Der Betonboden soll durch ein Substrat ersetzt werden, das wasserdurchlässig sei. Efeubewachsene Pergulas sollen Schatten spenden. Dazu wünschen sich die Aktivisten Wasserspiele. Die elfjährige Lilli schlägt einen Pool vor. Statt Schwimmbecken sei sie aber auch mit dieser Art Brunnen zufrieden.

Lisa Bußmann und ihr Partner Matthias Grein überqueren den Platz täglich auf dem Weg zur S-Bahn. Als „groß, grau, heiß und ohne Schatten“ beschreibt Grein den Ort. Das Paar ist froh über das Engagement von „Papi“. Auf deren Bestreben habe die Stadt bereits ein „mobiles, grünes Zimmer“ aufgestellt. An diesem Kasten, der bis Oktober stehen bleiben wird, wachsen Erdbeeren und Kräuter. Auch Sitzgelegenheiten bietet es. „Morgens auf dem Weg zur Bahn riecht es nach frischen Kräutern“, sagt Bußmann. Neben 13 Hochbeeten werde die Stadt ein zweites dieser „Zimmer“ aufstellen, sagt Schmidt. Sie hofft, dass der Platz sukzessive attraktiver wird.

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