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Hochzeitsmesse Trau dich: Hochzeitskleider vorführen oder selber heiraten?

Hochzeitsmesse in Frankfurt

Beim Heiraten kommt es auf jedes Detail an

In der Messehalle 1 erfährt man, was eine gute Hochzeit ausmacht und was die Paare dazu brauchen. Zum 19. Mal führen Aussteller aus über 35 Branchen auf Frankfurts größter Hochzeitsmesse die neuesten Trends vor.

Vor der Selfie-Wand aus Plastikblumen in Zartrosa und Weiß stehen Mariana, 29, aus Frankfurt und ihre zwei Brautjungfern in spe und lächeln in die Handykamera. Kommt der Bräutigam nicht zur Hochzeitsmesse? „Ich glaube, das hier ist eher so ein Mädels-Ding,“ sagt sie.

Weit gefehlt. Neben zukünftigen Bräuten mit Müttern und Freundinnen lassen sich etliche Männer von Farb- und Geschlechterklischees nicht schrecken und tummeln sich mit ihren Partnerinnen zwischen den rosa-weißen Ständen für Dekorationen, Blumen und Einladungskarten und den weiß-beigen Ständen mit immer gleichen Vintage-Brautkleidern in verschiedenen Preisklassen. Zum 19. Mal führen Aussteller aus über 35 Branchen auf Frankfurts größter Hochzeitsmesse die neuesten Trends vor. „Ich dachte, ich wäre der einzige Mann“, gesteht Simon, der mit seiner Verlobten Luisa hergekommen ist.

Wer hier zielsicher auf Royalblau oder Grau zusteuert, landet schnell bei einem der Herrenausstatter und lernt, dass das die aktuellen Trendfarben für den Hochzeitsanzug sind. „Ein schwarzer klassischer Anzug geht gar nicht mehr,“ verrät Shumail Ashraf vom Herrenmodengeschäft Eckerle, das sich auf individuelle Angebote für den Bräutigam spezialisiert. Vom grünen Anzug bis zum Jackett-Innenfuttter, das mit Vintage-Pin-Up-Girls bedruckt ist, ist alles drin. „Die deutschen Männer werden modebewusster und wissen heute genau, was sie wollen“, erklärt Ashraf. Er empfiehlt diese Saison Karomuster und Leinenstoffe „so im Gatsby-Stil“ und dazu lässige Schuhe. „Im Sommer können die Knöpfe und Schuhe mehr shiny sein,“ ergänzt Kollege Robert Wagenheimer.

Unter den zahlreichen Frisuren-, Schmink- und sonstigen Beauty-Ständen für Bräute sticht Dentalhygienikerin Anna Sposato hervor, die Bleeching, Zahnreinigung und Mundgeruchsanalyse anbietet. Letztere wird vor allem von Männern nachgefragt, verrät die Inhaberin von Denti-White hinter vorgehaltener Hand.

Egal ob Mann oder Frau: „In der Hochzeitsnacht muss alles blitzeblank sein“, findet Elisa von Vitadepil und führt ihre spezielle Enthaarungstechnik vor. Der kleine Handschuh fühlt sich an wie Schmirgelpapier, tut aber nicht weh. Er wird von Frauen vor allem für Beine, Oberlippen und Bikinizone eingesetzt, während der Bräutigam von heute sich zunehmend Rücken und Brust enthaart, erklärt sie.

Voll im Trend liegen Brautpaare mit den Wohnwagen, die die Frankfurter Fotografin Laura Rodriguez mit viel Liebe zur „Camper Photobooth“ umgebaut hat. Die Gäste können sich mit verschiedenen Utensilien selbst fotografieren und die ausgedruckten Bilder gleich mitnehmen. Das alles kommt im sogenannten Boho-Chic, und der T4 lässt auch Männerherzen höherschlagen.

Ebenfalls ein Bastlerunikat, wenn auch nicht ganz so stylisch, ist der Cocktomat. Die Maschine, die der Ingenieur des Familienbetriebs „Team Cocktomat“ aus Rödermark selbst entworfen hat, mischt 21 Cocktails und könnte äußerlich den Ghostbusters-Filmen entsprungen sein.

Auch beim Catering gibt es Angebote, die sich speziell an „ihn“ richten. So sieht das jedenfalls Harald Hölzer von der „Barbecue Company“ aus Biebergemünd. „Das Thema Grillen ist ein männliches Thema,“ sagt er und erklärt, dass er viele Bräute erst im Gespräch und durch eine große Auswahl an Beilagen von seinem Catering überzeugen könne.

Raquel und Lars aus Ingelheim sind beide gerade 22 Jahre alt und wollen im Sommer 2020 heiraten. Von der Messe haben sie jede Menge Inspirationen mitgenommen, aber beim Essen müssen sie sich erst noch einig werden. Er möchte Schnitzel, sie Fisch. Doch er ist kompromissbereit. „Nur schmecken muss es“, meint er.

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