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End Fossil distanziert sich von antisemitischem Flyer in besetztem Hörsaal in Frankfurt

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Von: George Grodensky

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Auch gegen das Patriarchat richtet sich der Protest der Gruppe „End Fossil“.
Auch gegen das Patriarchat richtet sich der Protest der Gruppe „End Fossil“. © Renate Hoyer

Die Klimaprotestgruppe End Fossil sieht sich nach der Besetzung eines Hörsaals einer Kampagne ausgesetzt. Die Teilnehmenden distanzieren sich von jeglichem Antisemitismus.

Frankfurt - Die Protestgruppe „End Fossil Frankfurt“ sieht sich einer Kampagne ausgesetzt. Gegen einen Bericht der Bild-Zeitung hat sie Beschwerde beim Presserat eingelegt. Vergangenen Dienstag hatte „End Fossil“ einen großen Hörsaal auf dem Campus Westend an der Frankfurter Goethe-Uni besetzt, um mehr Klimaschutz einzufordern.

Die Hochschule bot den Protestierenden an, in einen anderen Hörsaal auf dem unbelebteren Campus Bockenheim zu ziehen. Als „End Fossil“ das ablehnte, ließ die Hochschule den Saal räumen.

Flyer mit antisemitischen Inhalten in von „End Fossil“ besetzten Hörsaal in Frankfurt aufgetaucht

Laut Bild-Zeitung ist am Dienstag wohl ein anti-israelischer Flyer im Hörsaal zu finden gewesen. Die Hamas sei eine „Widerstandsbewegung gegen Zionismus und Imperialismus“ und werde darum unterstützt, stehe darauf. Wer und ob überhaupt jemand die Schrift ausgegeben hat, ist unklar.

Zunächst schrieb die Bild online, die Gruppe habe das Papier „am Professoren-Pult“ verteilt. Inzwischen steht im Artikel „weiter hinten im Hörsaal“ als Fundort.

End Fossil besetzt Hörsaal in Frankfurt und distanziert sich von Antisemitismus

„Wir wissen nicht, wo der Flyer herkommt“, sagt Lukas Geisler, der für „End Fossil“ mit der Presse spricht. Weder sei ein Logo von „End Fossil“ darauf zu sehen, noch habe eine der Gruppen, die sich an der Besetzung beteiligt haben, etwas damit zu tun. Vorsorglich hat sich „End Fossil“ bereits öffentlich „gegen jeden Antisemitismus“ gestellt.

Dass nun rechte Blogs die Kampagne aufgriffen und gegen „End Fossil“ Stimmung machten, empfinden Geisler und seine Mitstreitenden als „beängstigend“. Zumal die Blog-Leserschaft in unappetitlichen Kommentaren zu Gewalt gegen die Studierenden aufrufe. „Den Flyer könnte jemand mitgebracht haben, aber er steht nicht mit uns im Zusammenhang“, betont Geisler.

Universität Frankfurt begrüßt Distanz zu Antisemitismus und ließ Hörsaal von der Polizei räumen

Die Universität sagt vorerst nichts zu dem Thema. Sie hat am Wochenende eine Stellungnahme veröffentlicht: Sie begrüße, dass „End Fossil“ sich von Antisemitismus distanziert habe.

Der FDP-Stadtverordnete Nathaniel Ritter, der die Protestaktion kritisch begleitet, sieht dennoch „End Fossil“ in der Verantwortung. „Wenn ich einen Hörsaal besetze, sollte ich mich schon informieren, wer alles mitmacht“, meint Ritter.

End Fossil fordert mit Besetzung des Hörsaals Aufarbeitung der NS-Geschichte am IG Farbenhaus in Frankfurt

Es sei schon ein ziemliches Durcheinander an Protest gewesen. Nicht nur der Klimawandel sei Thema gewesen, auch Kurdistan oder Kritik an der Deutschen Bank.

Für Lukas Geisler ist die kritische Vielfalt gerade Beleg dafür, dass die „End Fossil“-Gruppe kein antisemitisches Gedankengut habe. So sei eine der Forderungen des Kollektivs, dass die Uni die NS-Geschichte am IG Farbenhaus besser aufarbeiten müsse. (George Grodensky)

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