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Bei diesem Festival in Frankfurt geht es um Macht

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Von: Anja Laud

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Bei „SystemFailed“ spielt das Publikum mit.
Bei „SystemFailed“ spielt das Publikum mit. © Caroline Wimmer

„Politik im Freien Theater“ kommt zum ersten Mal nach Frankfurt

Wie tief wird künstliche Intelligenz in unser Leben eingreifen? Wie wird sie bestehende Herrschaftsstrukturen verändern? Mit diesen Fragen befasst sich „SystemFailed“, eine partizipative Performance der in Leipzig ansässigen Gruppe „ArtesMobiles“, bei der das Publikum Einfluss auf die Handlung nehmen kann. Sie ist eine von 14 Inszenierungen aus der freien deutschsprachigen Theaterszene, die beim 11. Festival „Politik im Freien Theater“ zu sehen sein werden. Es wird erstmals in Frankfurt abgehalten, und zwar vom 29. September bis 8. Oktober mit einem umfangreichen Programm.

Der Begriff „Macht“, in seiner Doppeldeutigkeit als Ausdruck von Handlungsräumen und zugleich als Imperativ, selbst zu handeln, ist das diesjährige Motto von „Politik im Freien Theater“. Mit diesem Festival gastiert die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) alle drei Jahre an einem anderen Ort in Deutschland. In Frankfurt ist es das erste Mal zu Gast.

BPB-Präsident Thomas Krüger begrüßt die Entscheidung. „Viele Themenaspekte, die uns im Rahmen des Festivals beschäftigen, sind in die Biografie, Kultur und Architektur dieser Stadt eingeschrieben. Die Paulskirche ist ein herausragender Ort der deutschen Demokratiegeschichte. Die Skyline der Stadt symbolisiert die Finanzmacht der Banken. Historische Ereignisse wie die Auschwitzprozesse und die Proteste der 68er-Bewegung prägten die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit“, sagte er bei der Vorstellung des Programms in der Naxoshalle.

Das Festival

Das 11. Festival „Politik im Freien Theater “ wird vom 29. September bis zum 8. Oktober erstmals in Frankfurt an fast 50 Orten abgehalten. Das interdisziplinäre Programm steht unter dem Motto „Macht“ – mit der Doppelbedeutung zwischen Herrschaft und der Aufforderung, etwas zu tun.

Es bietet mehr als 150 Veranstaltungen, darunter 14 von einer Jury ausgewählte Inszenierungen aus der freien deutschsprachigen Theaterszene, die unterschiedliche Aspekte des Festspielmottos beleuchten.

Das „Junge Festival“ für Kinder und Jugendliche umfasst Angebote für Familien, Kinder und Jugendliche sowie Schulen und Lehrkräfte.

Eine Übersicht über die Produktionen und das umfangreiche Rahmenprogramm findet sich online auf der Webseite des Festivals.

Der Kartenverkauf für die Veranstaltungen, von denen viele auch kostenlos sind, hat gestern begonnen. Tickets können online erworben werden. lad

www.politikimfreientheater.de

Stadt gibt Geld

Das Schauspiel Frankfurt und das Künstler:innenhaus Mousonturm, die beide seit langer Zeit miteinander kooperieren, hatten sich vor drei Jahren gemeinsam mit der Festival-Arbeitsgemeinschaft (AG) der regionalen freien Szene für die Ausrichtung des Festivals beworben und schließlich den Zuschlag erhalten, wie Jan Philipp Stange, Sprecher der Festival-AG, erläuterte. Ein Novum des diesjährigen Festivals ist, dass sich Künstler:innen der örtlichen freien Szene an der Organisation und der Programmplanung beteiligen konnten.

„Das ’Festival Politik im Freien Theater‘ ist ein Angebot an Frankfurt und die ganze Region, Fragen der Macht miteinander zu verhandeln. Keine leichte Aufgabe, aber sehr wichtig und allemal spannend in Zeiten, in denen sich die moderne Gesellschaft verändert“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Sie verwies darauf, dass die Stadt das Festival mit 375 000 Euro aus ihrem Etat fördere.

Besucher:innen können aus einem umfangreichen Programm mit 150 Veranstaltungen wählen. Es richtet sich an alle Altersgruppen. Neben den 14 Inszenierungen, die von einer Fachjury aus 400 Einreichungen ausgewählt worden sind, bietet es an fast 50 Orten der Stadt Ausstellungen, Diskussionen, Filme, Lesungen, Stadtrundgänge, Konzerte und innovative Showformate. Ein besonderer Fokus liege auf dem jungen Publikum, sagte Anne Paffenholz, Mitglied der Festspielleitung. Das „Junge Festival“ umfasse Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien sowie für Schulen und Lehrkräfte.

Der Kartenverkauf für das Festival hat gestern begonnen. Weil ungewiss sei, wie sich die Corona-Pandemie im Herbst entwickele, gingen zunächst nur 50 Prozent der Kapazitäten in den Vorverkauf, sagte Marcus Droß vom Leitungsteam des Mousonturms, einer der regionalen Festivalpartner. Später könnte sich diese Zahl erhöhen.

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