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Welche Schule am Ende auch gewählt wird: Mathe wird überall gemacht.
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Welche Schule am Ende auch gewählt wird: Mathe wird überall gemacht.

Weiterführende Schulen

Bei der Schulplatzvergabe bleibt es beim Losen

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Plätze für weiterführende Schulen werden seit vergangenem Jahr öfter verlost. Fürs Staatliche Schulamt hat sich das geänderte Verfahren bewährt.

Auch in diesem Jahr wird wohl nicht jedes Viertklässlerkind an seiner weiterführenden Wunschschule aufgenommen werden. Denn es gibt Schulen, die sehr gefragt sind und daher Kinder ablehnen müssen. Seit vergangenem Jahr spielt das Losglück dabei eine größere Rolle als zuvor. Denn durch ein verändertes Verfahren des Staatlichen Schulamts können die Schulen viel weniger Kriterien zur Auswahl ihrer Schüler und Schülerinnen anwenden und müssen viel mehr losen. Für das Staatliche Schulamt aber „hat sich das Verfahren als richtig gut erwiesen“, sagt Amtsleiterin Evelin Spyra.

Termine

Die Eltern erhalten Antragsformulare, die sie bis zum 5. März ausfüllen und in der Grundschule abgeben müssen. Sie können darin zwei Wünsche für weiterführende Schulen angeben. Zudem wird gefragt, ob im Fall einer Zuweisung mehr Wert auf die gewünschte Schulform oder die bessere Erreichbarkeit gelegt wird. Wer etwa zwei Gymnasien wählt, kann so signalisieren, dass an eine näher gelegene IGS oder KGS zugewiesen werden kann.

Die Erstwunschschulen sichten die Anmeldebögen und wählen Schülerinnen und Schüler aus, die sie aufnehmen wollen. Bei der Auswahl dürfen Schulleitungen die Kriterien anwenden, die aus § 70 des Hessischen Schulgesetzes hervorgehen. Das sind besondere soziale Härtefälle, der Wunsch nach der ersten Fremdsprache und der Wunsch nach einer Aufnahme in einen vom Kultusministerium bestätigten Schwerpunkt (Musik und Sport). Geschwisterkinder dürfen bevorzugt aufgenommen werden, müssen aber nicht. Hat eine Schule nach Abarbeitung der Kriterien mehr Anmeldungen als Plätze, lost sie die Schüler:innen aus.

An die Zweitwunschschule werden die Anmeldebögen der Schülerinnen und Schüler von der Erstwunschschule weitergegeben, die dort nicht zur Aufnahme vorgesehen sind. Die Zweitwunschschulen sichten – sofern sie freie Plätze haben – die Anmeldungen und wählen Schülerinnen und Schüler ebenfalls nach Anwendung der gesetzlichen Kriterien für die Aufnahme aus. Gegebenenfalls wird auch dort gelost. Anträge, die auch an der Zweitwunschschule nicht positiv beschieden werden konnten, werden an das Staatliche Schulamt geschickt.

Bei der Verteilerkonferenz im Mai wird allen Schülerinnen und Schülern, die bis dahin nicht zur Aufnahme an einer der Wunschschulen vorgesehen sind, ein Schulplatz im gewünschten Bildungsgang zugewiesen.

Am 27. Mai gehen die Bescheide in die Schulpost. Zudem versenden die Schulen, die nicht alle Erst- oder Zweitwünsche erfüllen konnten, eine Absage mit einer kurzen Begründung. sabu

Denn im vergangenen Jahr haben sehr viel weniger Eltern Widerspruch gegen die Zuweisung an eine nicht gewünschte Schule eingelegt. „Das war nicht mehr vergleichbar mit den Jahren zuvor“, sagt Spyra. Hatte es im Jahr zuvor noch 164 Widersprüche und 32 Eilverfahren gegeben, so waren es im vergangenen nur noch 50 Widersprüche und vier Eilverfahren. Im Amt wird daher daraus geschlossen, dass „die Akzeptanz einer Zuweisung bei einem Losverfahren größer ist“, sagt Spyra. Es sei für die Familien einfacher hinzunehmen, dass sie ausgelost und nicht aussortiert wurden. „Das Losen führt zu einer großen Bildungsgerechtigkeit“, sagt Spyra.

Um das Verfahren hatte es aber viel Aufregung gegeben. Schulleiter:innen und Eltern waren zum Teil verärgert. Das Staatliche Schulamt hatte verfügt, dass Schulen zur Auswahl der neuen Fünftklässler:innen keine eigenen, sondern nur noch die Kriterien des Hessischen Schulgesetzes anwenden dürfen: Härtefälle müssen genommen werden, die erste Fremdsprache spielt eine Rolle und ein vom Kultusministerium (HKM) zertifizierter Schwerpunkt – den gibt es für Musik und für Sport. Schulen können, müssen aber Geschwisterkinder nicht bevorzugt aufnehmen.

Vor allem gab es Kritik daran, dass nur Musik und Sport vom HKM zertifiziert werden, nicht aber zum Beispiel die Naturwissenschaften. „Viele Jahre lang sollten die Schulen besondere Profile entwickeln, nun kommt es darauf nicht mehr an“, moniert Stadtelternbeirätin Julia Frank. Schulen reichten dann auch Anträge beim Kultusministerium ein, wollten ihr Sprachkonzept, die Bilingualität oder die Naturwissenschaften zertifiziert haben. Bisher hat das HKM in der Sache aber noch nichts entschieden. „Das ist ein laufender Vorgang“, sagt Spyra.

Nicht nur beim Staatlichen Schulamt gab es weniger Beschwerden nach den Zuweisungen, auch beim Stadtelternbeirat. Normalerweise bestürmen verzweifelte Mütter und Väter den Stadtelternbeirat, wenn es mit der Wunschschule nicht geklappt hat. „Wir hatten sehr viel weniger Anrufe und Anfragen als sonst“, sagt Frank. „Das kann natürlich aber auch an Corona gelegen haben.“ Schließlich waren die Eltern beim Eintreffen der Bescheide voll mit Homeschooling und eingeschränktem Regelbetrieb an den Schulen beschäftigt. „Aber gerade die Unruhe an den Gymnasien hat sich gelegt“, sagt Frank.

Das liegt auch an den neuen Schulen wie Gymnasium Nord und Adorno, die an Akzeptanz gewonnen haben und keine Schüler:innen mehr zugewiesen bekamen. Doch während sich die Situation an den Gymnasien entspannt hat, verschärft sie sich an den integrierten Gesamtschulen: Dort steigt die Zahl der Zuweisungen Jahr für Jahr. Insgesamt gab es 2020 aber deutlich weniger Zuweisungen. 380 der etwa 5830 Kinder im Übergang haben im vergangenen Jahr keinen Platz an ihrer Wunschschule erhalten. Im Jahr zuvor waren es 537.

In diesem Jahr sind mehr als 6700 Viertklässler:innen im Übergang, suchen eine passende weiterführende Schule. Losverfahren hin oder her – „man sollte die Schule nehmen, an der man sich wohlfühlt“, rät Frank. „Strategische Überlegungen bringen nichts.“ Denn ist eine Schule in einem Jahr hoffnungslos überlaufen, so ist das im folgenden Jahr nicht unbedingt wieder der Fall. „Da gibt es Wellenbewegungen bei der Anwahl“, sagt Frank.

Deshalb sollten sich Familien für die passende und nicht für die im Vorjahr angeblich weniger überlaufene Schule entscheiden. Coronabedingt können die Schulen zwar nicht wie sonst an Tagen der offenen Tür besucht werden, doch „es gibt viele digitale Informationsmöglichkeiten“, sagt Frank. Etwa Videos der Schulen auf den Homepages. „Es ist wichtig, sie auch mit dem Kind gemeinsam anzuschauen“, sagt Frank. Schließlich soll das Kind ja einmal die ausgewählte Schule besuchen.

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