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Doris Gruber vom LIBS-Team berät junge Frauen bei ihrem Coming Out.
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Doris Gruber vom LIBS-Team berät junge Frauen bei ihrem Coming Out.

Lesben

Begleitung beim Coming Out

  • Friederike Tinnappel
    VonFriederike Tinnappel
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Es ist immer noch keine Selbstverständlichkeit, lesbisch zu sein. Die Lesben-Informations- und Beratungsstelle hilft beim Coming Out und bekommt für ihre Arbeit Lob vom hessischen Bevollmächtigten für Integration und Antidiskriminierung.

Die Lesben-Informations- und Beratungstelle (Libs) in der Alten Gasse 38 leidet seit Jahren unter notorischem Platzmangel. Jetzt hat es sich ergeben, dass der Verein im gleichen Haus im Erdgeschoss einen Raum anmieten kann. Dort soll ein offener Treff für lesbische, bi- und transsexuelle Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren entstehen, erzählt Doris Gruber, die bei Libs für Beratung und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Gruber hat an diesem Freitag Besuch bekommen vom hessischen Bevollmächtigten für Integration und Antidiskriminierung, Jo Dreiseitel, der manchem Rüsselsheimer noch als grüner Bürgermeister in Erinnerung sein dürfte. Dreiseitel bedankt sich bei den Mitarbeiterinnen von Libs: „Ich bin sicher, Sie bieten eine kompetente Beratung für Frauen und Mädchen, die Hilfe und Unterstützung brauchen“, sagt er.

Tatsächlich ist es immer noch keine Selbstverständlichkeit, lesbisch zu sein, berichtet Gruber. Die Diskriminierung beginne häufig im eigenen Kopf, etwa mit der Unsicherheit, wie sich ein junges Mädchen, das merkt, dass es sexuell anders tickt, in der eigenen Familie verhalten soll. Das Coming Out sei oft mit großen Unsicherheiten verbunden, weiß die Beraterin. Die Gefahr bestehe, dass sich die Mädchen isolieren; es gebe „vermehrte Suizidfälle“. Für diese jungen Lesben sei ein offener Treff wichtig. Dort würden sie merken, dass sie nicht allein sind, könnten chillen, andere Mädchen kennenlernen, gemeinsam etwas unternehmen. Zwar wurde vor fünf Jahren das schwul-lesbische Jugendzentrum eröffnet. Es habe sich aber herausgestellt, so Gruber, dass es unabhängig davon bei den Mädchen das Bedürfnis gebe, unter sich zu sein. Wann der Treff in Betrieb geht, war am Freitag noch offen.

Die Beratungsstelle kümmert sich aber nicht nur um junge Frauen – sie kennt keine Altersgrenze. Gruber nennt als Beispiel die 60-Jährige, die „sich nach 30 Jahren Ehe in eine Frau verliebt“. In jedem Jahr wird ein Themenschwerpunkt gesetzt. Der lautet 2015 „Leben und Sterben“. Jo Dreiseitel, dessen Stelle von der schwarz-grünen Landesregierung neu geschaffen wurde, berichtete, dass man dabei sei, für eine „Vielfaltspolitik“ einen Aktionsplan zu erstellen. Dass es unterschiedliche sexuelle Orientierungen gibt, solle „deutlich sichtbarer werden“. Am Aktionsplan seien viele Interessengruppen beteiligt.

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