Griesheim

Begegnung an der Segenskirche

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Am Sonntag gab es einen Blick aufs künftige Gemeindeleben. Die Gemeinde baut an der Kirche an. Entstehen soll ein Begegnungsort.

Die Fläche zwischen der Segenskirche und dem Rohbau des Gemeindehauses ist bereits der Ort der Begegnung der er werden soll. Zumindest an diesem Sonntag hat sich die Gemeinde dort versammelt, um einen ersten Blick hinter die Bauzäune erhaschen.

„Heute stehen wir noch ein Stück im Freien, sagt Pfarrerin Jana Kreft. Aber wenn der Bau fertig ist, verbinden gläserne Wände Gemeindehaus und Kirche. Ein Steg wird durch die so entstandene Aula vom Gemeindehaus zur Orgelempore führen. „Die zuvor verbaute Sandsteinwand der Kirche wird freigelegt, die Kirche rückt wieder ins Bewusstsein und an das Gemeindehaus heran“, erklärt Architekt Joachim Gottstein.

Im Raum dazwischen entsteht ein Begegnungsort. Ein Raum für Sektempfänge oder Gespräche nach dem Gottesdienst oder den Griesheimer Sonntagskonzerten“, sagt Pfarrerin Kreft mit sichtlicher Vorfreude. Am Sonntag spielt die Band „Pipes, Drums and Strings of Griesheim“ um Hans Christoph Stoodt Weihnachtslieder. Kinder greifen nach grünen Liederheften, die auf den Stehtischen unter dem Holzdach liegen, zwischen der Sandsteinmauer der 1863 gebauten Kirche und dem Holzbau des neuen Gemeindehauses.

Zur Zeit ist das Gemeindeleben eingeschränkt. „Seit sieben Jahren nutzen wir das alte Pfarrhaus. Unsere Kinder- und Jugendarbeit findet dort im Wohnzimmer statt“, berichtet Kreft. Zwar gebe es dort einen großen Holztisch aber mit den neuen Räumen der im Gemeindehaus sei das kein Vergleich. Dort wird es ein großes Atelierwaschbecken geben, das für Bastel- und Malarbeiten genutzt werden kann“, erklärt die Pfarrerin.

Auch für die Kirchenband „Living Legends“ wird es mit dem Neubau in der Kirche mehr Platz geben. Einen Raum für die Instrumente und das nötige Equipment. Nach dem Umbau soll die Kirche hell sein und flexibel genutzt werden. Die Fenster aus den 50er Jahren sollen bleiben. „Die sehr dominanten Primärfarben sollen in Formen und Schwüngen aufgenommen und in Reliefs bis zur Apsis fortgesetzt werden, das Rednerpult soll mit Blattgold verziert werden.

Die Arbeiten leitet der Esslinger Künstler Bernhard Huber. „Wir wollen die Atmosphäre der Fenster aufnehmen und trotzdem die Stimmung im Gebäude ändern“, sagt Kreft. Die Kirchenbänke wurden an eine Gemeinde in Kroatien verkauft, der Innenraum wird bestuhlt, Taufstein und Altar sind nicht fest. „So können wir bewegliche, sich wandelnde Gottesdienste anbieten.“

Wandelbarkeit und Offenheit sollen nicht nur die neuen Räume, auch die Gemeinde an sich ausmachen. Wer mochte, konnte am Sonntag mit Architekt Gottstein durch den aus Holz gefertigten Rohbau wandeln und Fragen stellen: „Wird das neue Gebäudeensemble auch barrierefrei sein?“, möchten einige wissen. „Nicht nur barrierefrei sondern auch sehr gut gedämmt und effizienter als die Energieeinsparverordnung es fordert“, versichert Gottstein.

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