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Brunhilde Fahr kämpft gegen hohe Mieten und für mehr Sozialwohnungen im Stadtteil.
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Brunhilde Fahr kämpft gegen hohe Mieten und für mehr Sozialwohnungen im Stadtteil.

Bergen-Enkheim

Bedürftige suchen vergeblich

  • VonJakob Blume
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Immer mehr Menschen suchen Sozialwohnungen in Bergen-Enkheim – häufig ohne Erfolg. Die Anfragen hätten sich im Vergleich zum Vorjahr von 37 auf 76 mehr als verdoppelt.

Immer mehr Menschen suchen Sozialwohnungen in Bergen-Enkheim – häufig ohne Erfolg. Die Anfragen hätten sich im Vergleich zum Vorjahr von 37 auf 76 mehr als verdoppelt, sagte Sozialbezirksvorsteher Dieter Mönch bei der Sitzung des Ortsbeirates 16 am Dienstagabend. Lediglich acht Wohnungen hätten vermittelt werden können. „Die Nachfrage übersteigt dramatisch das verfügbare Angebot“, berichtete Dieter Mönch.

Hauptgrund für die Entwicklung ist für Mönch der drastische Rückgang des Bestandes an Sozialwohnungen. Von den mehr als 8800 Wohnungen im Stadtteil seien derzeit nur 500 in der Sozialbindung. Der Bestand habe sich in den vergangenen Jahren halbiert, denn 600 Wohnungen seien aus der Bindung herausgefallen.

Besonders ältere Menschen und Alleinerziehende seien von dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum betroffen, erklärte Mönch. Die Nachfrage nach Ein-Personen-Apartments, aber auch nach Vier-Zimmer-Wohnungen für größere Familie sei besonders hoch.

Hinzu kommt, dass die Siedlung am Riedpark etwa die Hälfte der Sozialwohnungen im Stadtteil ausmacht. Dort würden vielfach noch Elektro-Heizungen eingesetzt, berichtet Mönch. Die hohen Stromkosten würden vom Hartz-4-Regelsatz jedoch nur unzureichend gedeckt. Was es für die Betroffenen bedeutet, wenn ihre Wohnungen aus der Sozialbindung fallen, kann Brunhilde Fahr jeden Tag beobachten. Sie engagiert sich in der Mieterinitiative der Nassauischen Heimstätte (NH). Diese besitzt im Neubaugebiet Leuchte mehrere Mietshäuser. Viele Wohnungen dort sind bereits aus der Sozialbindung gefallen. Seither erhöht die NH die Miete regelmäßig um bis zu 20 Prozent. Viele alteingesessene Mieter fürchten, sich ihre Wohnung bald nicht mehr leisten zu können (die FR berichtete). Trotz Medienberichten habe die NH ihre Praxis nicht geändert, kritisiert Brunhilde Fahr. Sie wirft der Stadt Frankfurt, die durch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) im Aufsichtsrat der NH vertreten ist, vor, die Erhöhungen einfach durchzuwinken.

Öffentliche Wohnungsbau-Unternehmen wie die städtische ABG und die NH hätten eine dämpfende Wirkung auf die Mietpreise, widerspricht Ulrich Keck, Referent von Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). Der starke Anstieg der Nachfrage nach Sozialwohnungen in Bergen-Enkheim spiegele einen generellen Trend in der Stadt wieder. Immerhin sei es gelungen, das Abschmelzen des Bestandes von Sozialwohnungen zu stoppen. „Wir gehen viele Dinge an, die sich jedoch erst in einigen Jahren auswirken werden“, sagt Keck. 

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