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Orang-Utan-Frau Kembali im Zoo Frankfurt.

Zoo

Bedrohter Lebensraum

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Der Zoo feiert den weltweiten Orang-Utan-Tag mit Aktionen.

Weltweit wird am 19. August in vielen Zoos und Tierparks der Orang-Utan gefeiert und darauf aufmerksam gemacht, dass diese Tiere in Indonesien wegen landwirtschaftlicher Monokulturen weiterhin bedroht sind. Michael Kauer, der Leiter des Aktionstags im Frankfurter Zoo, erklärt dazu, wie man zum Schutz der großen Menschenaffen beitragen könne: „Es ist natürlich wichtig, wenig Palmölprodukte zu kaufen. Das fängt zum Beispiel schon bei Nutella an, geht aber in ganz verschiedene Sortimente hoch.“ Hintergrund dafür ist, dass für Palmöl viel Regenwald abgeholzt wird – und damit auch der Lebensraum der Orang-Utans. Die Tiere leben in den Tieflandregenwäldern von Sumatra.

Viele Besucher wussten nichts von diesen Möglichkeiten zur passiven Hilfe für die gefährdeten Tiere: „Die Information mit Palmöl war mir persönlich neu. Ich werde jetzt versuchen, mehr darauf zu achten und nachzuschauen, ob Palmöl verwendet wird oder nicht“, sagte beispielsweise eine ältere Frau. Zudem sei das Symbol „Blauer Engel“ beim Kauf von neuen Schulheften ein gutes Indiz dafür, dass das Papier nachhaltig hergestellt worden sei.

Da in Hessen die Schulferien bereits vorbei sind, hätten die Veranstalter an dem Montag „ehrlicherweise nicht mit mehr Besuchern gerechnet als sonst“. Es wurde allerdings ein wichtiger Vortrag auf 18 Uhr gelegt, in dem mit Benni Over ein Jugendlicher im Rollstuhl über seine Erfahrungen mit Orang-Utans in Indonesien berichtet. Der Jugendliche besuchte Orang-Utan-Camps, traf Umweltschützer und begegnete dem indigenen Volk der Dayak.

Alle Interessierten, die den Orang-Utans helfen wollen, können laut Kauer auch über die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) spenden: „Wer über zgf.de die Homepage besucht, kann dort schnell helfen.“ An dem Aktionstag wurde ebenfalls über die ZGF und deren Projekte gesprochen: Wie zum Beispiel die Projekte der Wiederauswilderung von Orang-Utans ablaufen.

Kauer erklärt auch, warum die Tiere die „Schulbank“ drücken müssen: „Diese Orang-Utans kennen bestimmte Abläufe aus der Wildbahn überhaupt nicht.“ Deshalb sei es wichtig, dass solche Schritte erst wieder gelernt würden, ehe die Tiere freigelassen würden. Insgesamt sei schon eine dreistellige Anzahl an Tieren in die freie Wildbahn entlassen worden, berichtete der Projektleiter.

Der Frankfurter Zoo wird auch im kommenden Jahr am 19. August wieder einen Aktionstag für die bedrohten Orang-Utans veranstalten. Doch auch an diesem Tag werden die Sommerferien bereits wieder vorbei sein und die meisten Schulkinder nicht freihaben.

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