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Bedarf an Ladesäulen in Frankfurt steigt

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Von: Dennis Pfeifer-Goldmann

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Ladestationen sind trotz steigender Nachfrage immer noch Mangelware.
Ladestationen sind trotz steigender Nachfrage immer noch Mangelware. © Michael Schick

Ausbau bei der E-Mobilität stockt, obwohl die Nachfrage steigt.

Der Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos in Frankfurt kommt weiterhin nur sehr langsam voran. Das wird aus jüngsten Ankündigungen aus dem Römer klar. Zwar will die Stadt jetzt weitere Pilot-Standorte genehmigen. Doch bis die Autofahrer sie nutzen können, wird es noch deutlich länger dauern.

So bestätigt Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) nun, die Stadt wolle 60 Standorte für Ladesäulen mit 110 Ladeplätzen für Standardladung (AC) „voraussichtlich bis Mitte April“ genehmigen. „Die Inbetriebnahme ist bis zum Herbst geplant.“ Ebenso habe die Stadt fünf Schnellladesäulen genehmigt, die Energieversorger Mainova beantragt hat. Sie sollten „voraussichtlich“ bis Jahresende in Betrieb gehen. Zudem wolle die Mainova bis Ende des Jahres ihre bestehende Ladeinfrastruktur um weitere sieben Schnelllade-Hubs mit viermal je 150 Watt ergänzen.

Wie schnell alles tatsächlich aufgebaut wird, ist aber ungewiss. Schließlich hatte die Stadt bereits im November erstmals den Aufbau von zusammen 50 Pilotstandorten mit 120 Ladestationen genehmigt. Seinerzeit hatten Stadträtin Wüst und Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) dies gemeinsam vorgestellt. „Dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur in den kommenden Monaten massiv voranschreiten wird“, hatte Majer bei dieser Gelegenheit angekündigt.

Verfahren verschlanken

Davon ist bislang aber noch nichts zu sehen. Im Gegenteil: Zuletzt hatte sich das Unternehmen Qwello beschwert, dass weitere Vorgaben des Stromnetzbetreiber – der Mainova-Tochter Netzdienste Rhein-Main (NRM) – den Baubeginn noch immer verzögern. Geschäftsführer Hakan Tunali ist sauer, dass diese Vorgaben nicht im Genehmigungsprozess der Stadt enthalten sind. Die verweist allerdings darauf, dass der Anschluss der Ladesäulen ans Stromnetz eine reine Angelegenheit zwischen dem Investor und dem Netzbetreiber, also den NRM sei.

Ursprünglich hatten die Stadtverordneten – seinerzeit von einer Koalition aus CDU, SPD und Grünen geführt – entschieden, dass die Stadt kein eigenes Ladenetz aufbaut, sondern Unternehmen gestattet, Ladesäulen aufzustellen und dafür öffentliche Parkplätze zu nutzen. Nachdem die Genehmigung allerdings zu lange dauerte, gab ein erstes Unternehmen seine Pläne wieder auf.

Daraufhin führte die Wirtschaftsförderung die an der Genehmigung beteiligten Behörden und Eigenbetriebe zusammen, um einen standardisierten Genehmigungsprozess aufzubauen. Aus diesem heraus sind nun die Pilot-Standorte entstanden. Es klappt aber weiter nicht reibungslos, wie das Problem bei Qwello zeigt. Das nimmt man sich nun im Römer zu Herzen: „Nach der Genehmigung der ersten Pilotstandorte arbeitet der Magistrat aktuell daran, die Erfahrungen und Ergebnisse in eine Verschlankung der notwendigen Gestattungsverfahren einfließen zu lassen“, so Dezernentin Wüst.

So sei ein einfaches und schnelles Genehmigungsverfahren das Ziel. Aktuell prüfe der Magistrat, dafür einen neuen Ladesäulen-Koordinator „an zentraler Stelle“ einzusetzen „als „One-Face-to-Customer“ innerhalb der Stadtverwaltung, also einen Ansprechpartner in allen Angelegenheiten für die Investoren. Das sehe das Elektromobilitätskonzept von 2020 bereits vor, so Wüst. Dass der Ausbau drängt, sei ihr bewusst: „Die Bedeutung der Elektromobilität nimmt massiv zu und die Nachfrage nach Lademöglichkeiten steigt kontinuierlich.“

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