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Nied

Der Beat kehrt zurück

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Die Fränki-Elf stellt im November noch einmal ihren Oldie-Abend auf die Beine.

Das Beat-Konzert des Vereins Fränki-Elf genießt Ansehen. Umso größer war der Schreck, als der Club im vergangenen Jahr die Veranstaltung absagen musste. Zu groß der Aufwand, zu alt die Vereinsmitglieder, hieß es zur Begründung. Im November kehrt der Beat aber wieder zurück nach Nied. Die Fränki-Elf rafft sich zu einer letzten großen Energieleistung auf. Immerhin feiert der Stadtteil seien 800., der Verein seinen 40. und das Beatkonzert seinen 25. Geburtstag. 

Herr Gemeinder, wird es tatsächlich das letzte Beat comes to Nied sein? 
Unter Umständen ist es das Finale. Wir sind in die Jahre gekommen, es geht vieles nicht mehr so einfach wie früher. Unser Altersschnitt im Verein liegt bei 63, 64 Jahren. Und viele Dinge sind komplizierter geworden.

Die Organisation von Events.
Der Aufwand ist immens. Auch die Kosten steigen. Wobei wir in diesem Jahr zum Glück einen Förderbetrag des Hessischen Bildungsministeriums erhalten. Dadurch können wir den Eintrittspreis sogar senken. Aber den Zuschuss gibt’s nur zum Vereinsjubiläum, nicht jedes Jahr. Sorgen macht uns auch das Thema Werbung. Früher gab es viel mehr kleine Läden, in denen wir Plakate aushängen konnte.

Warum nehmen Sie die Mühen überhaupt noch auf sich?
Für das Jubiläum haben wir uns aufgerafft. Wir wollen das ordentlich über die Bühne bringen. 40 Jahre Fränki-Elf, 25 Jahre Beat comes to Nied, das macht uns auch stolz, dass wir das so lange geschafft haben.

Wofür haben Sie den Verein damals gegründet? 
Ich war gar nicht dabei, ich kam vier paar Wochen zu spät. Gegründet wurde die Elf als Freizeitfußballmannschaft, das haben viele damals gemacht. 1978 gab es ein Turnier für Karnevalsvereine in Oberrad. Der Nieder Carneval-Club hat mit einem Team teilgenommen, der späteren Fränki-Elf.

Karnevalisten, das klingt nach einer fröhlichen Truppe. 
Wir waren aber keine Thekenmannschaft. Den Begriff mag ich nicht. Wir haben das anders gehandhabt, haben von Anfang an unsere Frauen und Kinder integriert und gemeinsame Ausflüge organisiert. Deshalb ist unsere Gemeinschaft gefestigt, auch nachdem wir gar kein Fußball mehr gespielt haben. Wir haben uns auch bei Stadtteilfesten und Weihnachtsmärkten eingebracht, die Erlöse gespendet.

Wer war denn Fränki?
Der Verein hat sich im Lokal Deutsches Haus in der Sauerstraße gegründet. Der Wirt hieß Frenk Jelacevic, genannt Fränki. Er ist der Namenspatron.

Wie sind Sie dann auf die Idee gekommen, ein Beat-Konzert zu organisieren?
Das ist eine seltsame Geschichte. Der Vereinsring hatte mehrere Jahre lang versucht, ein Oktoberfest zu etablieren. Das hat mal mehr, mal weniger geklappt. Und musste dann ausfallen. Der Termin war also frei. 

Und da haben Sie einfach mal zugelangt.
Wir hatten ja keine Ahnung! Wir haben den Vereinsring gefragt, ob wir nicht mal was mit Oldies versuchen sollen. Der konnte sich zwar nicht unbedingt etwas darunter vorstellen, hat uns aber machen lassen. Auf unsere Verantwortung. Wir dachten, mit dem Mietvertrag für die Halle ist alles erledigt. War es aber nicht.

So schlimm kann der Schrecken nicht gewesen sein, Sie haben die Veranstaltung ja etabliert. 
Ein schöner Erfolg. Mit ein paar Hängern zwischendrin, aber meist ging alles gut. Nur werden die Mühen immer größer. Auch das Publikum ist in die Jahre gekommen. Es kommen leider weniger Besucher.

Sie könnten das Programm modernisieren. 
Ach. Das wollten wir nie. Schlager oder gar Discomusik aus der Anlage reizt uns nicht. Livemusik, das ist eben lebendig. Eine Platte können Sie auch zu Hause hören. Ich habe früher selbst Musik gemacht. Wie dann die Diskotheken aufkamen, haben wir uns furchtbar geärgert, dass wir mit der Band weniger Auftritte bekommen haben. Das hat ja in den 60ern schon angefangen. 

Ist das Konzert das Ende der Elf?
Nein, den Verein wird es weiterhin geben. Wir machen aber eher familiäre Dinge, Ausflüge und Treffen. Vielleicht ist es auch gar nicht das letzte Konzert. Wir schauen, wie es läuft.

Interview: George Grodensky

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