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Am orientalischen Stand gibt?s Tee.

Preungesheim

Kein Brennpunkt

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Wie ein Brennpunkt wirkt der Treffpunkt im "Frankfurter Bogen" nicht. Einige Anwohner aber sehen das anders.

Samstagnachmittag beim Sommerfest: Über den Gravensteiner Platz schallt „Surfin‘ USA“ von den Beach Boys, es duftet nach Waffeln, Bratwurst und arabischem Tee. Kinder rennen über den Platz oder stehen Schlange am Glücksrad. Wie ein Brennpunkt wirkt der Treffpunkt im „Frankfurter Bogen“ nicht. Einige Anwohner sehen das anders: Nach einer Messerattacke auf einen 27-Jährigen im Juli ist eine Debatte über die Sicherheit im Viertel entflammt, eine Petition fordert, den Gravensteiner Platz per Videokamera zu überwachen. Der Vorschlag ist mittlerweile vom Tisch, im zuständigen Ortsbeirat 10 findet er keine Mehrheit.

„Der Gravensteiner Platz ist das Gegenteil eines Brennpunkts“, betont Diana Fischer, die das Fest mitorganisiert. „Der Frankfurter Bogen zeichnet sich durch eine aktive Nachbarschaft und gute Vernetzung aus.“ Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen seien für das Fest nicht notwendig gewesen, die Organisation durch die Sicherheitsdebatte nicht beeinflusst worden. 

„Die Stimmung beim Fest ist super“, findet Karin Müller, Anwohnerin und Mitglied im Regionalrat Preungesheim. Zusammen mit Klaus-Dieter Strittmatter, Leiter des Frankfurter Präventionsrats, führt sie eine Umfrage auf dem Fest durch. Am Stand der Beratungsstelle können Anwohner Punkte zum Stadtteil vergeben.

Die Themen: Sauberkeit, Sicherheit, Nachbarschaft. „Wir erwarten weitestgehend positive Ergebnisse und hoffen auf kreative Anregungen“, sagt die Kinder-und Jugendpsychotherapeutin. „Die Messerattacke hätte auch an jedem anderen Platz der Stadt passieren können“, findet Müller. Insgesamt sei der Frankfurter Bogen ein überdurchschnittlich sicheres Quartier. 

Die Petition für die Videoüberwachung hat allerdings 250 Unterzeichner. Auch Helmut Schmidt spricht sich für eine Kamera aus. „Wer eine Videoüberwachung ablehnt, hat in den meisten Fällen etwas zu verbergen“, findet der Anwohner aus der Karl-Kirchner-Siedlung. „Eine Kamera hätte eine abschreckende Wirkung und würde zu mehr Sicherheit beitragen“, sagt Schmidt. Diese sei auf dem Platz vor allem abends nämlich nicht immer gewährleistet. 

„Statt Kameras setzen wir auf alternative Lösungen“, betont Quartiermanagerin Angela Freiberg. Seit vergangener Woche ist ein Orientierungsmobil auf dem Platz unterwegs. Eine Bilanz könne aber erst in einigen Wochen gezogen werden. 

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