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Seit Montag ist der Glauburgbunker an der Ecke Schwarzburg-/Lortzingstraße zusätzlich durch einen Bauzaun geschützt.

Nordend

Glauburgbunker: Bauzaun statt Hecke

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Anwohner sind empört, dass die Büsche am Glauburgbunker geschnitten wurden. Ein klarer Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz, sagt die Untere Naturschutzbehörde.

Die Zukunft des Glauburgbunkers bewegt viele. Immer wieder gibt es Spekulationen, was aus dem Gebäude, in dem das Explora-Museum untergebracht war, werden soll. Im Februar hatten sich Anwohner bei der FR gemeldet. Sie befürchteten, dass der Spielplatz am Glauburgplatz dem Neubau zum Opfer fallen könnte – was nicht der Fall ist. Am Montagmorgen klingelte in der Redaktion das Telefon, nachdem Arbeiter die Hecken an der Ecke Schwarzburg- /Ecke Lortzingstraße abgeschnitten hatten.

Anwohnerin Maike Rücker ist geschockt, dass die Büsche entfernt worden sind. „Dort waren mindestens fünf Vogelnester drin“, sagt Rücker, die jeden Morgen auf dem Weg zum Kindergarten an der Ecke vorbeikommt. „Die Vögel flattern jetzt ganz aufgeregt in der Nähe herum. Es ist zum Heulen.“ Wenigstens 15 Spatzen und andere Vogelarten habe sie dort beobachtet.

Rücker hat die Untere Naturschutzbehörde alarmiert. Dass die Büsche geschnitten wurden, sei ein „klarer Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz“, sagt deren Leiter Volker Rothenburger. Dem Gesetz nach dürfen Hecken und andere Gehölze vom 1. März bis zum 30. September nicht abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden.

Noch kein Baustart

Schwer nachzuvollziehen sei, ob zusätzlich noch ein Verstoß gegen das Artenschutzgesetz vorliege. Das sei der Fall, wenn in den Büschen Vögel genistet oder dieses als Nahrungsquartier regelmäßig aufgesucht hätten. Gegen das Verbot zu verstoßen ziehe ein Bußgeld nach sich, so Rothenburger. Dafür müsse jedoch der tatsächliche Verursacher ausfindig gemacht werden. Die Behörde sei dabei auf die Unterstützung von Nachbarn angewiesen.

Der Eigentümer, der namentlich nicht genannt werden möchte, erklärt auf FR-Anfrage, dass er die Hecke habe schneiden lassen, um einen Bauzaun entlang der Grundstücksmauer aufstellen zu können. „Das ist keine Rodung.“ Immer wieder sei der leerstehende Hochbunker in jüngster Zeit Opfer von Vandalismus geworden. Unbekannte hätten Steine auf die Scheiben geworfen und die Mauern mit Graffiti beschmiert. Der Zaun soll das nun verhindern.

Ein Baustart ist damit noch nicht in Sicht. Für den Bunker gibt es aber bereits einen Abrissantrag und eine Bauvoranfrage. Derzeit ruhen diese jedoch, da der Investor mit dem Amt für Bau und Immobilien in Verhandlung steht. Der Investor plant auf dem Areal an der Schwarzburgstraße einen Neubau mit einem Restaurant, einer Anlage für kulturelle Zwecke, 43 Wohnungen sowie einer Tiefgarage. 30 Prozent des geplanten Wohnraums soll als geförderter Wohnungsbau entstehen (die FR berichtete).

Karin Guder, die Vorsteherin des Nordend Ortsbeirats, fordert, dass die Stadt die Bürger über das Bauprojekt auf dem Laufenden hält. Sie hätten ein Anrecht zu erfahren, was auf dem Areal passiere. „Das ist ja schließlich kein normales Wohnhaus.“ Spätestens in der Sitzung am 13. Juni sollen Vertreter der Stadt und des Investors nach Guders Willen die aktuellen Pläne vorstellen.

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