Berufliche Gymnasien

Mit Bautechnik zum Abitur in Frankfurt

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Die beruflichen Gymnasien bekommen neue Schwerpunkte: Erziehungswissenschaften und Bautechnik. So werden die beruflichen Gymnasien erweitert, denn in der Stadt sind die Oberstufenplätze knapp.

Die beiden beruflichen Gymnasien in Frankfurt bieten ab nächstem Schuljahr neue Schwerpunkte an. An beiden Schulen kann die allgemeine Hochschulreife erworben werden, an der Klingerschule künftig auch mit dem Schwerpunkt Erziehungswissenschaften, an der Heinrich-Kleyer-Schule mit dem Schwerpunkt Bautechnik. „Ich verspreche mir davon, dass die beruflichen Gymnasien noch attraktiver werden – auch als Alternative zu den gymnasialen Oberstufen“, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Montag.

Das Abitur an beruflichen Gymnasien qualifiziert für alle Studiengänge an Hochschulen und Universitäten. „Es ist aber eine Art Abitur plus mit beruflicher Orientierung“, sagte Weber. Denn anders als an gymnasialen Oberstufen gibt es einen berufsbezogenen Schwerpunkt. An der Klingerschule sind das Wirtschaft und Gesundheit bisher, an der Kleyer-Schule Mechatronik und praktische Informatik. Die Schwerpunkte werden als Leistungsfach angeboten. Für den neuen Schwerpunkt Erziehungswissenschaften arbeitet die Klingerschule mit der Berta-Jourdan-Schule zusammen, sie stellt die Lehrkräfte. Die Kleyer-Schule kooperiert für den neuen Schwerpunkt Bautechnik mit der Philipp-Holzmann-Schule.

Mit den Schwerpunkten können für eine spätere Ausbildung oder ein Studium schon „Grundlagen geschaffen werden“, sagte Yvonne Sprock, Leiterin der Philipp-Holzmann-Schule. Da etwa alle Bauberufe an der Schule angesiedelt seien, könnten Schülerinnen und Schüler „überall reinschnuppern und sind dann gut aufgestellt“. Mit dem Schwerpunkt Erziehungswissenschaften könnten Schüler gewonnen werden, „die dann in dem Berufsbereich weitergehen“, sagte Inge Meichsner, Leiterin der Berta-Jourdan-Schule. Und es mangelt schließlich etwa an Sozialpädagogen und Erziehern. Noch einen Vorteil hat das Abitur an beruflichen Gymnasien. „So ein Schwerpunkt bewahrt Schüler auch vor Fehlentscheidungen“, sagte Werner Fischer vom Staatlichen Schulamt. Wer sich für Wirtschaft interessiere und im beruflichen Gymnasium merke, dass es doch nicht so das Richtige sei, „der spart sich drei Semester im falschen Studiengang“.

Mindestens eine Klasse soll es für jeden neuen Schwerpunkt geben. Bei mehr Anmeldungen auch zwei oder drei. Die Kapazitäten sind da. Und der Bedarf auch. Die Stadt erwartet eine steigende Nachfrage nach Plätzen in der Oberstufe. Bis zum Jahr 2025 sollen es laut Prognose 17 Prozent mehr Schüler sein. Derzeit sind es rund 6500. „Ohne die beruflichen Gymnasien würden die Plätze in diesem Jahr schon nicht mehr reichen“, so Sylvia Weber. Die Erweiterung der bestehenden beruflichen Gymnasien „brauchen wir zusätzlich“, sagte Weber. Nächstes Jahr soll eine gymnasiale Oberstufe an der Carlo-Mierendorff-Schule eröffnen, 2024 ein drittes berufliches Gymnasium an der Ludwig-Erhard-Schule.

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