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Aus einem Parkdeck werden Wohnungen mit Tiefgarage.

Wohnen in Frankfurt

Frankfurt: Wohnen auf dem Parkdeck

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Der Beamten-Wohnungs-Verein stemmt ein ungewöhnliches Projekt. Auf einem alten Parkdeck entsteht ein Wohngebäude mit 14 Wohnungen. Die Mieten sollen vergleichsweise günstig sein.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) spricht von einem Vorzeigeprojekt: Auf einem ohnehin sanierungsbedürftigen Parkdeck an der Kalbacher Hauptstraße errichtet der Beamten-Wohnungs-Verein Frankfurt ein dreigeschossiges Gebäude, das Platz für 14 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen bieten wird. Mit einer Grundsteinlegung haben die Arbeiten am Freitagmorgen offiziell begonnen. Mit der Fertigstellung rechnet die Genossenschaft für Mai 2020. Die Bewohner werden eine Miete von etwa elf Euro pro Quadratmeter zahlen müssen. Der Bauherr investiert etwa 3,4 Millionen Euro in das ungewöhnliche Vorhaben.

Die Betondecke des in den 70er Jahren entstandenen Parkdecks dient dem neuen Wohnhaus als Fundament. Dazu wurde der Boden des Neubaus nach Schilderung der Genossenschaft mit 200 etwa fünf Meter tiefen Pfählen von 20 Zentimeter Durchmesser, die in die darunter liegenden Trennwände der Parkboxen getrieben werden, verstärkt. Der unterirdische Teil des Gebäudes bleibt Tiefgarage.

Die Bewohner werden keine Keller, sondern Abstellräume im Dachgeschoss haben. Dort soll auch eine Gasbrennwertheizung mit solar betriebener Warmwasseraufbereitung und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung untergebracht werden. Regenwasser wird in einer unterirdischen Zisterne gesammelt und als Brauchwasser etwa für die Toilettenspülung und die Gartenbewässerung genutzt.

„Wir freuen uns sehr, dieses ungewöhnliche und innovative Projekt realisieren zu können, ohne einen zusätzlichen Quadratmeter Boden zu versiegeln“, sagte Martin Neckel, Vorstand des Beamten-Wohnungs-Vereins. Mit dem Neubau verstärke die Genossenschaft ihre Präsenz nach einem Projekt am Riedberg nun weiter.

Josef lobte das Vorhaben sehr. „Wir brauchen solche cleveren Ideen, um das Wohnungsangebot in Frankfurt weiter zu erhöhen“, sagte der Planungsdezernent.

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