Verkehr in Frankfurt

Bauarbeiter legen Nachtschichten ein

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Kurz vor einer der entscheidendsten Bauphasen an der Neckermannbrücke im Frankfurter Stadtteil Fechenheim läuft der Verkehr weiterhin reibungslos.

Eine Brücke komplett zu erneuern, ohne dass der Straßenverkehr lahm gelegt wird, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Bei der großen Spannbetonbrücke an der Hanauer Landstraße, der sogenannten Neckermannbrücke, gehe das Verkehrskonzept des Amts für Straßenbau und Erschließung (ASE) auf, teilt die Stadt mit. Unaufgeregt fließe der Straßenverkehr in drei Spuren über die Brücke aus dem Jahr 1962. Mit mehr als 40 000 Autos täglich ist die Hanauer Landstraße immerhin eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Frankfurter Osten.

Unterhalb des Bauwerks haben die Arbeiter seit Baubeginn im Sommer 2017 Fundamente sowie große Teile der Widerlager, der Verbindungen von Brücke zum Boden, errichtet. Außerdem haben sie große Träger aus Spannbeton ausgetauscht. Ab Mitte April ist auch die Asphaltschicht fertig, dann kann der Verkehr wieder auf diesem Teil der Brücke rollen.

Gegen Ende April beginnt die „vielleicht spannendste Bauphase“, wie die Stadt sagt. Dann ist der Mittelteil der Brücke an der Reihe, auf dem die Straßenbahnlinien 11 und 12 fahren. Da die bestehenden Träger samt Schienen ausgetauscht werden, sichern ab dem 21. April Ersatzbusse die Überfahrt. Bei diesem Bauabschnitt gibt es einen Seitenwechsel: Der Straßenverkehr wird über die frisch erneuerte Brückenseite dreispurig geführt.

Um die schweren Brocken (bis zu 58 Tonnen) von der alten Brücke herauszuheben, kommt Anfang Mai ein großer Kran zum Einsatz. Das ASE wird in der Bauphase Nachtschichten einlegen, damit der Straßenverkehr wenig gestört wird. Was für die Anlieferung der neuen Brückenteile praktisch ist: Unterhalb der Neckermannbrücke verläuft die Hafenbahn, über die neue Fertigteile angeliefert werden. Insgesamt sechs werden für den Mittelteil der Brücke gebraucht. Jedes hat ein Gewicht von etwa 26 Tonnen. Acht Wochen sind für diese Bauphase vorgesehen.

Ab Mitte Juni soll die Straßenbahn wieder wie gewohnt durchgängig fahren. Im letzten Bauabschnitt wird der letzte verbleibende Träger der Brücke auf der südlichen Seite ausgetauscht. Zudem ersetzen Fachkräfte noch eine rund 40 Meter lange Stützwand, die den Straßendamm gegen das „Neckermanngrundstück“ sichert. Ende des Jahres sind die Arbeiten abgeschlossen.

Die Neckermannbrücke ist Teil des städtischen Brückenbauprogramms. Die Baukosten liegen bei knapp zehn Millionen Euro. Große Unterschiede werden auf den ersten Blick – abgesehen von der neuen Asphaltschicht – zwischen alter und neuer Brücke kaum zu erkennen sein. Die entscheidenden Neuerungen sieht man an der Unterseite der Neckermannbrücke.

Die Last wird künftig auf zwölf Träger verteilt, vorher waren es sechs. Von den zwei Gleisen der Hafenbahn wurde eines rückgebaut. Das hat Platz geschaffen, um Teile der neuen Brückenfundamente und der Widerlager zu bauen, ohne den Straßenverkehr auf der Hanauer Landstraße zu stören.

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