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Die Bars in hessischen Clubs dürfen wieder öffnen - getanzt werden darf nach wir vor nicht.

Frankfurter Clubs

Frankfurt: Clubs dürfen wieder öffnen - Warum die Szene dennoch verärgert ist

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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Die Frankfurter Clubbesitzer reagieren unterschiedlich auf die neuen Regel des Landes, wieder öffnen dürfen. Einige sind froh, andere sehen eine Mogelpackung.

  • In Frankfurt dürfen die Clubs und Bars wieder öffnen, getanzt werden darf aber nicht.
  • Die Reaktionen aus der Club-Szene zu der Entscheidung fallen unterschiedlich aus.
  • Einige Club-Betreiber*innen freut die Wiedereröffnung, andere ärgern die strengen Regeln.

Frankfurt – Als Mogelpackung bezeichnet „Batschkapp“-Chef Ralf Scheffler die neuen Corona-Regeln für Hessen, nach denen ab Montag für Clubs und Tanzlokale die gleichen Bestimmungen wie für Gastronomiebetriebe gelten. Das bedeutet, sie dürfen nach Angaben des Sozialministeriums wieder öffnen und auch Getränke anbieten, getanzt werden darf aber weiterhin nicht.

Batschkapp-Chef: Die Leute wollen tanzen

„Das hat mit Club nichts zu tun. Wir sind doch keine Bar“, so Scheffler am Dienstag. Er verstehe nicht, warum die Politik die Lage nicht ernst nehme. Die illegalen Partys seien doch ganz klar ein Zeichen, dass Leute tanzen wollten und man dies nicht unterdrücken könne. Er betonte auch, dass illegale Partys eine ernste Gefahr seien, weil sich Leute ohne Abstände und Gästelisten dort treffen würden. Dies sei in Zeiten von Corona viel gefährlicher, als wenn die Clubs mit einem guten Hygienekonzept wieder aufmachen dürften.

„Das Bett“ hat Corona-Zeit sinnvoll genutzt

„Happy“ ist hingegen Missy Motown, die Betreiberin des Clubs Das Bett“ im Gallus. „Wir sind einfach froh, dass wir überhaupt wieder aufmachen dürfen.“ Die Zeit der Schließung hätten sie für nötige Umbauten in Zeiten der Corona-Pandemie genutzt: etwa für eine neue Belüftungsanlage und Plexiglasscheiben an der Bartheke sowie zwischen der Band auf der Clubbühne und den sitzenden Besucherinnen und Besuchern.

„Wir haben Biergarnituren aufgestellt, an einem Tisch dürfen dann maximal sechs Leute sitzen, und wir bedienen auch an den Tischen.“ Überhaupt ließen sie nur 100 Leute in den Club, dort wo normalerweise 550 Gäste feiern dürfen. Motown bangt, ob die neue Regelung bleiben wird, jetzt, wo die Corona-Infektionszahlen in Frankfurt weiter steigen und nur noch knapp unter der Marke von 75 liegen, ab der die fünfte Warnstufe des Präventions- und Eskalationskonzepts des Landes greift.

Es gibt auch Zustimmung für leere Tanzflächen

Ali Kilic, Betreiber des Innenstadtclubs „La Louve, sagt, er fände es in Zeiten der Corona-Pandemie richtig, dass die Tanzfläche zu bliebe. „Unser Hygienekonzept für unseren Barbetrieb ist sehr streng. Wir haben extra mehr Türsteher eingestellt, die die Maskenpflicht beim Einlass kontrollieren.“

Sie führen Gästelisten, und die Gäste bekommen einen festen Sitzplatz zugewiesen. „Wir überlegen, ob wir, wenn die Sperrstunde verlängert werden sollte, unseren Club dann von 17 bis 23 Uhr aufmachen werden“, so Kilic. (Von Kathrin Rosendorff)

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