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FR-Chefredakteurin Bascha Mika und Wolfram Weimer.

Domgespräch Bascha Mika

Der Drang, die Welt zu beschreiben

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Die Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau Bascha Mika spricht beim Domgespräch mit dem Publizisten Wolfram Weimer über Medien, Männer, Macht und Gott.

Journalistin zu werden, das war ihr früh angelegt. Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau ist am Dienstag zu Gast beim Domgespräch mit dem Publizisten Wolfram Weimer. Das Thema im Haus am Dom: Medien, Männer, Macht und Gott. Weimer möchte aber nicht nur über Mikas neues Buch reden. Die Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin als Mensch kennenzulernen verspricht er dem Publikum und scheut so auch vor biographischen Fragen nicht zurück.

Die bei minus 27 Grad Celsius im polnischen Komprachcice geborene Publizistin lernte früh, mit Widerstand umzugehen. Als Kind war es ihrer oberschlesischen Familie verboten, Deutsch zu sprechen. In der Sicherheit der eigenen vier Wände hat sie es dennoch getan. Mika entwickelte dabei den Drang, die Welt zu beschreiben und Geschichten zu erzählen. Auch über den Widerstand gegen konservative Rollenvorstellungen ihres Vaters machte sie sich als Kind Gedanken über Geschlechtererwartungen. Das alles und noch viel mehr macht Bascha Mika aus.

Natürlich kommt Weimer auch auf ihr Buch „Mutprobe“ zu sprechen – und den Feminismus. „Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Frauen ist ungerecht“, sagt Mika. „Eine Frau soll eine super Köchin sein, eine erotische Geliebte, fünf Stunden Sandkasten nicht zum Kotzen finden und erfolgreich im Beruf sein.“ Frauen würden sich zu sehr darauf fixieren, dass die Liebe funktioniert. „Auf eigene Kosten“, sagt sie. „Nur wir selbst kommen uns vor wie ein Fisch ohne Fahrrad“, sagt sie. Frauen sollten sich nicht kränken lassen von gesellschaftlichen Mustern.

Weiblicher Journalismus

Als einen ihrer Vorbilder nennt Bascha Mika auch Jesus, der ihren Gerechtigkeitssinn geprägt hätte. Nichtsdestotrotz sei sie aus der katholischen Kirche ausgetreten. „Wenn ich mir die Institution bauen könnte, würd’ ich wieder eintreten.“ Die katholische Kirche sei ihr in ihrer derzeitigen Form zu frauenfeindlich und Männer-dominiert.

Ob mit ihr die Rundschau zukünftig weiblich werde?, will Weimer ebenfalls wissen. „Eine spezielle Frauenseite wäre rückwärtsgewandt“, sagt sie da, aber grundsätzlich schade es dem Journalismus nicht, weiblicher zu werden.

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