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Wie barrierefrei sind Frankfurts Busse?

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Elektroscooter können nur eingeschränkt mit Bus und Bahn mitfahren. Traffiq prüft nun eine bessere Ausstattung der Fahrzeuge.

Wie barrierefrei sind Frankfurts Busse? Diese Frage steht im Raum, seit Anfang Januar ein schwerbehinderter Fahrgast mit Elektroscooter von einem Busfahrer der Linie 73 abgewiesen wurde. Sein Scooter war für den Nahverkehr zugelassen, dennoch durfte er den in der Nordweststadt verkehrenden Bus nicht nutzen. Inzwischen ist bekannt, dass die unzureichende Ausstattung des Fahrzeugs der Grund war.

„Damit E-Scooter in Linienbussen sicher stehen und bei unvorhergesehenen Brems- oder Ausweichmanövern nicht kippen und zum Verletzungsrisiko werden, müssen die Mehrzweckflächen in den Bussen gewisse Anforderungen erfüllen“, erklärt Klaus Linek, Pressesprecher der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq.

So müsse besagte Sondernutzungsfläche eine Haltevorrichtung zum Gang hin von mindestens 28 Zentimetern Länge haben. Nicht alle Busse im Stadtgebiet erfüllen dieses Kriterium. Das sei vor dem Hintergrund der barrierefreien Umbauarbeiten von Bushaltestellen nicht schlüssig, findet die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 8. In einem im Februar auf den Weg gebrachten Antrag fragt sie, welche Buslinien für Elektroscooter geeignet seien. Das sei noch unklar, heißt es vonseiten der Traffiq.

„Wir haben die von uns beauftragten Busverkehrsunternehmen um Prüfung gebeten“, sagt Sprecher Klaus Linek. „Und beantragt, die Fahrzeuge bis Ende März mit dem entsprechenden Piktogramm auszustatten.“

Hinweise in Form von Symbolen an Bussen, in denen E-Scooter mitfahren können, seien löblich, findet Ralf Porsche, CDU-Chef im Ortsbeirat. Nur müssten sich Fahrgäste mit E-Scootern schon im Vorfeld darüber informieren können, welche Busse überhaupt für sie in Frage kämen, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden.

Online ist dies nicht möglich. Ob und wie sich langfristig darstellen lässt, auf welchen Linien mehrheitlich für die Scooter-Beförderung zugelassene Busse verkehren, lässt sich derzeit nicht feststellen, sagt Linek. Künftig sollen aber mehr geeignete Busse in der Stadt zum Einsatz kommen. „Wir gehen davon aus, dass ab Dezember 2020 die meisten Busse in Frankfurt entsprechend ausgestattet sein werden.“

Linek weist darauf hin, dass nicht nur Busse, sondern auch E-Scooter gewisse Anforderungen zur Beförderung erfüllen müssen. Laut Erlass des Hessischen Verkehrsministeriums von 2017 dürfe der Scooter samt Nutzer nicht mehr als 300 Kilogramm wiegen.

Auch müsse der Hersteller in der Bedienungsanleitung ausdrücklich eine Freigabe zur Mitnahme bei rückwärtiger Aufstellung an einem Rollstuhlplatz erteilen.

Zudem gelte die Regelung vorrangig für schwerbehinderte Menschen mit mindestens Merkzeichen „G“ und nachrangig im Falle einer Kostenübernahme für den Scooter durch die Krankenkasse. „Es hat also nicht jeder, der mit einem E-Scooter unterwegs ist, automatisch einen Anspruch auf Mitnahme im Linienbus“, sagt Sprecher Linek.

Transparenzhinweis: In einer ersten Textfassung wurde für die Elektroscooter auch der Begriff Rollstuhl verwendet. Das war nicht korrekt. Wir haben das korrigiert.  

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