Nicole Wächtler (mit Blumen) leitet die Künstler wieder an.

Verkehr

Bahnsteig in Nied soll schöner werden

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Freizeitkünstler bemalen die Wartehäuschen der S-Bahnstation. Die Deutsche Bahn übernimmt die Grundierung und Materialkosten.

Die Bürger in Nied wollen ihre S-Bahnstation verschönern. Diesmal sind die Wartehäuschen auf den zwei Bahnsteigen an der Reihe. Zwei relativ große Klötze aus Beton gibt es da, außerdem drei kleine Unterstände aus Metall. Alle fünf machen einen recht mitgenommenen Eindruck, sind beschmiert und besprüht.

Das geht auch anders, das haben die Nieder an ihrer S-Bahnstation bereits beweisen. Der lange Aufgang, der die Passanten von der Oeserstraße zum Bahnsteig mit den Zügen in Richtung Frankfurt bringt, ist seit 2007 ein Kunstwerk. „Fast schon eine Sehenswürdigkeit“, sagt Jürgen Krusch vom Frankfurter Präventionsrat, dem Dachverband der Regionalräte.

Davor hat es dort ebenfalls wüst ausgesehen. Generationen an Jugendlichen haben Schriftzüge oder besser Gekrakel hinterlassen. Dann hat der Regionalrat beschlossen, den Aufgang verschönern zu lassen. Denn: „Blanke Wände im öffentlichen Raum provozieren“, sagt Krusch. „Vor einer kunstvoll gestalteten Wand hat man eher Respekt.“ Zumal sie die Stadtteilbewohner ja selber gestaltet haben.

Und tatsächlich, der bunt bemalte Aufgang hat die Nieder neun Jahre lang erfreut. Erst gegen Ende der Zeit hat das Gekrakel wieder überhand genommen. Also organisierte der Regionalrat die nächste Aktion. Künstlerin Nicole Wächtler aus Bad Vilbel leitete die etwa 20 Freizeitmaler an. Entstanden sind Bilder aus dem Stadtteil, die alte Eisenbahnbrücke ist zu sehen, das Rathaus. Auch eine S-Bahn, die Nutria-Nagetiere der Nidda, die unterschiedlichen Kulturen, die die Stadtteilbewohner in die Gemeinschaft einbringen, sogar die Frankfurter Skyline.

Das sieht nicht nur schön aus. „Die Beteiligten hatten auch viel Spaß“, sagt Krusch. So viel, dass sie nun erneut loslegen wollen. Wieder soll die Künstlerin aus Bad Vilbel die Arbeiten anleiten. „Wächtler hat nicht nur das künstlerische drauf“, sagt Krusch. „Sie kann auch gut mit Leuten umgehen.“ Die Bahn als Eigentümerin der Häuschen hat sofort eingewilligt. Sie wird die Vorarbeiten übernehmen, die Wände reinigen und grundieren. Außerdem den Bahnsteig sichern, damit die Künstler werkeln können. Der Konzern übernimmt auch die Materialkosten.

Ein erstes Treffen haben 16 Teilnehmer besucht. Vor allem aus den Institutionen des Stadtteils, die die Info nun weiter tragen wollen. Die Verschönerungsaktion ist für Anfang Juni angesetzt. Weitere Vortreffen dafür sollen voraussichtlich am 11. April und am 23. Mai um 17 Uhr in der Panoramaschule stattfinden, Werner-Bockelmann-Straße 3.

Dort sollen etwa Motive für die Wartehäuschen ausgewählt werden. Sowohl an den Vortreffen, als auch an der eigentlichen Verschönerung kann jeder unverbindlich teilnehmen. Wer in Terminnöte gerät, kann wieder abspringen.

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