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Weniger Platz für Autos in der Münchener Straße

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Von: Boris Schlepper

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Für Fahrräder und Sommergärten soll es in der Münchener Straße künftig mehr Platz geben.
Für Fahrräder und Sommergärten soll es in der Münchener Straße künftig mehr Platz geben. © Renate Hoyer

Der Ortsbeirat 1 will Parkplätze in der Münchener Straße umwandeln, um sie aufzuwerten. Für Fahrräder und E-Scooter soll es mehr Stellflächen geben, die Sommergärten sollen den Gästen länger zur Verfügung stehen.

Der für das Bahnhofsviertel zuständige Ortsbeirat 1 will die Münchener Straße aufwerten. Dafür möchte das Gremium den ruhenden Verkehr im Abschnitt zwischen Elbe- und Moselstraße neu ordnen und mehrere Parkplätze auf der südlichen Straßenseite umwandeln. Eine entsprechende Vorlage der Grünen hat das Parlament in seiner jüngsten Sitzung auf den Weg gebracht.

Demnach sollen zwei Parkplätze zugunsten von jeweils zehn Fahrradbügeln aufgegeben werden, von denen es derzeit im gesamten Bahnhofsviertel viel zu wenige gebe, sagt Antragsteller Alexander Mitsch (Grüne). Weitere Stellflächen will das Gremium zugunsten von Abstellflächen für ein Lastenrad und bis zu acht E-Scooter opfern - für die das Mobilitätsdezernat derzeit stadtweit nach geeigneten Flächen sucht.

Umgewandelt werden sollen zudem zwei Parkplätze in Ladezonen, auf denen Lieferanten für Geschäfte und Gastronomie sowie Paketdienste temporär halten könnten, erläutert Andreas Lauen (Grüne). Aber auch Autos oder Lastenräder von Privatpersonen dürften dort zum kurzen Beladen abgestellt werden. Derzeit parkten viele Lieferfahrzeuge auf den Schienen der drei Straßenbahnlinien 11,12 und 14, so Fraktionssprecher Mitsch, und sorgten immer wieder für Ärger.

Für die Lokale auf dem Abschnitt soll die Stadt fortan ganztägige Sommergärten genehmigen. Momentan dürften sie die Außengastronomie erst ab 18 Uhr nutzen, sagt Mitsch. Häufig seien die Flächen dann aber durch Autos belegt, die nicht rechtzeitig weggefahren werden. „Und viele Gäste kommen ja auch schon früher.“

Die Vorschläge könnten schnell und kostengünstig umgesetzt werden, sagt Mitsch. Sie stammten von den Gewerbetreibenden in dem Abschnitt der Münchener Straße. Diese klagten schon länger darüber, dass der Gehweg von E-Scootern, Fahrrädern, Autos und Transportern zugestellt sei. Der ohnehin schmale Bürgersteig biete Passanten und insbesondere mobilitätseingeschränkten Menschen kaum noch Platz.

Sara Steinhardt (CDU) gab zu bedenken, dass auf diese Weise sehr viele „Parkplätze vernichtet“ würden. Dem widersprach Mitsch: „Es entstehen sogar mehr - allerdings für Fahrräder, und nicht für Autos.“ Christdemokrat Christian Valerian Friesen regte an, die Ladezonen nur zeitlich beschränkt auszuweisen, „dann können da abends Autos parken“. Der Vorschlag wurde nicht aufgenommen. Da die Straße sehr gut erschlossen sei, gebe es „keinen Grund, dort mit dem Auto hinzufahren“, warf Falko Görres (Die Partei) ein. Zustimmung gab es auch von Clemens Schubert (SPD). Er habe vor Ort keine Gegenstimmen gehört, die Anzahl der Parkplätze zu reduzieren.

Es ist nicht der erste Versuch des Ortsbeirats, die Münchener Straße umzugestalten. Im vergangenen Jahr sprach sich das Gremium dafür aus, die Haltestellen vorzuziehen und barrierefrei umzubauen, damit dort keine Autos mehr parken und die Passagiere der Straßenbahnen besser ein- und aussteigen können. Auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung war im Gespräch. Schon damals sprachen sich die Fraktionen für eine Umwandlung von Parkplätze in Lieferzonen aus.

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