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Kein Schmuddelimage mehr: Die Kaiserpassage wurde für rund 20 Millionen Euro umgebaut.

Kaiserpassage

Neuer Supermarkt im Frankfurter Bahnhofsviertel

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Mit der Eröffnung eines neuen Supermarkts ist die Modernisierung der Kaiserpassage abgeschlossen.

Die Mitarbeiter räumen noch die letzten Produkte in die Regale. Doch ab heute kann man in dem neuen Tegut-Markt in der Kaiserpassage unweit des Hauptbahnhofs einkaufen. Mit dem Einzug des größten Mieters hat der Durchgang zwischen Kaiser- und Taunusstraße nach zwei Jahren Bauzeit offiziell wiedereröffnet. Auf rund 1200 Quadratmetern erstreckt sich das Geschäft auf einer kompletten Seite der Fläche.

Bei der Renovierung habe man darauf geachtet, den Charakter des Viertels zu wahren, erklärt Sonja Wärntges, Vorstandsvorsitzende der Immobilienfirma DIC am Mittwoch. Die Frankfurter Firma hat die Passage für 20 Millionen Euro umfangreich modernisiert. Das Ensemble aus den 50er/60er Jahren sei veraltet gewesen, sagt Wärntges. Trotzdem sei ihnen wichtig gewesen, dass Gewerbetreibende, die zuvor Mieter waren, wieder einziehen können.

Statt zuvor rund 20 Läden, bieten nun sieben Geschäfte ihre Waren an, die meisten verkauften auch schon vorher hier. Auf rund 50 Quadratmetern gibt es bei Saima Ahmad bunte Gewänder und Schmuck. Ihr Ehemann Wasim arbeitet schon seit 15 Jahren in der Passage. Ihm gefällt das neue Erscheinungsbild gut, auch wenn ihre Miete sehr viel teurer geworden sei und die Räume kleiner. Nun hofft er, dass mit dem Tegut die Kundschaft zurückkomme.

Das wünscht sich auch Dunja Ansari, Mitarbeiterin eines afghanischen Reisebüros, das seit zehn Jahren in der Passage ist. „Die Kunden müssen erstmal wieder den Weg zu uns finden.“ Denn schließlich sei der Laden hier zwei Jahre geschlossen gewesen. Den alten Durchgang vermisse sie nicht, der neue sei viel sauberer und heller.

Neues Wegekonzept

Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) lobt „die tolle Wandlung“ der einst verzweigten Passage. Auch wenn es eine Herausforderung gewesen sei. Das neue Wegekonzept, die gemusterten Fliesen und die Beleuchtung seien sehr gelungen.

Wenn er die Lage des Supermarkts erwähne, sei oft ein Raunen erfolgt, sagt Lukas Sommer, von der Tegut-Geschäftsleitung. „Die Lage zwischen Action und Rotlicht ist spannend.“ Die Filiale biete von 7 bis 23 Uhr auch warme Snacks und Gebäck aus der hauseigenen Bäckerei an. Dreißig neue Mitarbeiter sind eingestellt worden.

Quartiersguide, Autor und Künstler Oskar Mahler freut sich über die Tegut-Filiale. „Endlich gibt es einen gut sortierten Supermarkt im Viertel.“ Das sei wichtig für die Lebensqualität der Menschen hier. Mahler ist ebenfalls mit seiner Galerie Rote Treppe in der insgesamt 2500 Quadratmeter großen Passage geblieben. Mit einem 12-köpfigen Team möchte er sie zu einem Zukunftslabor ausbauen. Dabei wollen sie überlegen, wie das Viertel attraktiver und nachhaltiger gestaltet werden könnte. Auch Mahler gefällt die Modernisierung. „Früher sind einem fast die Platten auf den Kopf gefallen.“ Bei der Schneiderei nebenan habe er sich bereits ein Hemd bestellt. Auch der kleine Betrieb mit den Nähmaschinen im Fenster war schon vor dem Umbau da.

Neu ist das Geschäft von Japal Ghotra und Kartar Maniyani, sie verkaufen indische Süßigkeiten, aber auch Lebensmittel, Gewürze und Gemüse. Vorher sind sie auf der Weserstraße gewesen und sind gespannt auf neue Kunden.

Das Mercure Kaiserhof-Hotel hat seine Fläche in der Passage erweitert und obendrüber werden 70 möblierte Apartments angeboten, zum Wohnen auf Zeit.

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