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Merve Hacikadiroglu backt jeden Tag andere Kuchen für ihre Gäste.

Café „Toastado“ im Bahnhofsviertel

Goethe als Toast im Bahnhofsviertel

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Merve Hacikadiroglu hat ein Café in den Räumen ihrer Kindheit im Frankfurter Bahnhofsviertel eröffnet. Nebenan verkauft die Mama türkische Bücher.

In Frankfurt eröffnen immer neue Cafés. Wir haben uns drei davon genauer angeschaut. Vom Stehcafé im Bahnhofsviertel über ein Museums-Café mit eigener Bäckerei bis zum Café, bei dem man auf Frida Kahlo trifft.

Das Erste, das Merve Hacikadiroglu fragt, wenn man durch die Tür tritt ist: „Hast du Hunger?“ Das Mütterliche, das Gastfreundliche sei einfach Teil ihrer Kultur.

Die 27-Jährige kennt den Raum ihres kleinen Stehcafés namens Toastado seit sie zwei Jahre alt ist. Denn das Café in der Münchener Straße 13 im Bahnhofsviertel war mal ein Teil der türkischen Buchhandlung ihrer Eltern. Sie haben diese vor 25 Jahren eröffnet. „Ich bin hier sozusagen aufgewachsen. Aber da es in letzter Zeit weniger Laufkundschaft gibt, haben meine Eltern die Räumlichkeiten verkleinert. Und ich nutze diesen einen Raum seit drei Monaten als Café“, erzählt Hacikadiroglu. Schaut man durch die Glastür im Raum, sieht man ihre Mutter im Nebenraum, in dem Teil, der noch Buchhandlung ist, am Rechner sitzen. „Oft kommen auch Kunden von der Buchhandlung zu mir rüber und trinken einen Kaffee.“ Dass ihre Lieblingsfarbe Gelb ist, ist nicht zu übersehen. Nicht nur trägt sie selbst eine gelbe Schürze und Ohrringe, auch der Kühlschrank, die Blumenvasen sowie die Wandfarbe ist gelb. Alles ist liebevoll eingerichtet und man fühlt sich heimelig. Auf dem Regal stehen Bücher und Fotos von Literaturgrößen wie Jean-Paul Sartre oder Leo Tolstoi. Im Hintergrund läuft fröhliche, spanische Musik. Mittags kämen hauptsächlich Banker aus den umliegenden Büros hierher. „Aber es kommen auch Südamerikaner und die tanzen dann auch mal an den Stehtischen los“, sagt Hacikadiroglu.

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Schon seit langer Zeit habe die Modedesignerin den Wunsch gehabt, ein eigenes Café zu eröffnen. Sie zeigt auf einen goldenen Kaffeemaßlöffel, der an der Wand hängt. „Diesen habe ich vor sechs Jahren auf einem Antikmarkt in Frankfurt gekauft und schon da war die Idee ein Café zu eröffnen.“ Das mache sie gerade lieber als Mode.

Der Name Toastado erklärt sich schnell: Einmal natürlich wegen der Toasts, die nach berühmten Schriftstellern benannt sind. Der Goethe-Toast ist belegt mit Sucuk, der türkischen Knoblauchrinderwurst. Der Kafka-Toast mit Schafskäse. „Tostado auf Spanisch bedeutet zudem auch geröstet. Und da wir hier auch Kaffee anbieten, passt der Name super“, so Hacikadiroglu. Es gibt Frankfurter Wacker’s Kaffee, aber eben auch türkischen Mokka. Die Tasse Kaffee gibt es ab 1,80 Euro. Ansonsten backt sie selbst täglich immer andere Kuchen: Von Schoko- über Pflaumen- bis Heidelbeerkuchen.

Außerdem bekommen die Gäste frische Pistazienrollen (Kadayifrolle). „Das passt super zum Kaffee.“ Der knusprige Nachtisch werde ohne Zusatzstoffe hergestellt und mit Pekmez (Traubensirup) versüßt. „Alternativ gibt es die halbmondförmigen griechischen Plätzchen, die erinnern an große Vanillekipferln mit einer dicken Puderzuckerschicht drauf.“

Toastado, Münchener Straße 13, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr.

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