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Der neue Sauberkeitspate Nihal Samarasinha (Mitte) mit dem Regionalratsvorsitzenden Arno Börtzler (rechts) und Klaus-Dieter Strittmatter vom Präventionsrat.

Bahnhofsviertel

Freiwillige für ein sauberes Bahnhofsviertel

Der Regionalrat zertifiziert ehrenamtliche Paten. Die Gewerbetreibenden sollen etwa wilden Sperrmüll melden und Abfall beseitigen.

Nihal Samarasinha ist eigentlich Präsident einer kleinen Hotelkette und besitzt drei Betriebe im Bahnhofsviertel. Doch seit kurzem hilft er auch als Sauberkeitspate dabei, dass sein Viertel nicht verdreckt. Als einer von sechs freiwilligen Gewerbetreibenden wurde er am Donnerstag vom Regionalrat des Bahnhofviertels zertifiziert.

Für seine Patenschaft als „Guter Engel“ betreut er zukünftig ein bestimmtes Gebiet, in welchem er ehrenamtlich für Sauberkeit sorgt. Dazu gehört die Entfernung von Abfall und die Meldung von unregistriertem Sperrmüll. Samarasinha will zusätzlich seine Mitarbeiter schulen lassen, etwa, an wen sie sich richten können, um illegalen Sperrmüll zu beseitigen. Er sagt, diese Tätigkeit sei Teil seiner Unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung.

„Das Viertel leidet unter dem Schmutz“, sagt der Hotelbesitzer. Dort wären jeden Tag viele Menschen unterwegs. Sein Hotel liegt in der Nähe der Kaiserstraße und damit in der direkten Verbindung zwischen Bahnhof und Bankenviertel. Eine schmutzige Straße wäre natürlich auch schlecht für das Geschäft. Samarasinha erhofft sich durch die Maßnahmen einen flächendeckenden Effekt für das Viertel. Die Aktion stoße bei vielen Gewerbebetreibern auf Zuspruch. Sie alle würden die Notwendigkeit und Chance sehen.

Hinter der Aktion steht eine Initiative des Präventionsrates der Stadt Frankfurt, des örtlichen Regionalrates, der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES), von cleanFFM und des Vereins Wiesenhüttenplatz. Vor zweieinhalb Jahren wurde die Aktion unter dem Motto „Yes – we kehr“ ins Leben gerufen und richtet sich vor allen an Gewerbebesitzer im Bahnhofsviertel. Seitdem wurden Patenschaften mit mittlerweile 20 Mitgliedern abgeschlossen.

Jede Patenschaft fußt auf Freiwilligkeit, die Mitglieder können sich den betreuten Bereich frei wählen, egal ob einen kurzen Straßenabschnitt, Plätze oder Grünflächen. Laut Regionalratsvorsitzendem Arno Börtzler würde die Aktion dazu animieren, „vor der eigenen Tür zu kehren.“ Die Freiwilligen würden von der FES mit Müllsäcken, Zangen und Handschuhen ausgestattet und hätten Kontakt zur Sperrmüllentsorgung. Laut Börtzler stoße die Aktion auf große Resonanz im Viertel. Die nötigen Nachbarschaftsstrukturen wären schon vorhanden gewesen, sodass sich die Aktion schnell herumgesprochen habe. Sauberkeit liege im allgemeinen Interesse. Trotzdem sei den Verantwortlichen die persönliche Ebene wichtig. „Kurze Wege“ sind laut Börtzler der Schlüssel.

In Zukunft solle die Maßnahmen laut dem Geschäftsführer des Präventionsrates Klaus-Dieter Strittmatter zu mehr Sicherheit im Viertel führen. Eine saubere Straße wirke wesentlich sicherer als eine verdreckte und zugemüllte.

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