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Joshua Besemer (l), Barkeeper, und Michele Heinrich, Bar Manager, stehen hinter der Theke. 

Frankfurt

Frankfurt: „The Kinly Bar“ ist „Bar des Jahres“

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Die „Kinly“-Bar im Frankfurter Bahnhofsviertel gewinnt bei den Mixology Bar Awards“ in Berlin. Das Team der kleinen Kellerbar wird von der Jury für „experimentelle Geschmackserlebnisse auf höchstem Niveau mit unzwungener Barkultur“ gelobt.

Von außen ist die Kinly Bar, die gerade zur „Bar des Jahres“ gewählt wurde, ziemlich unscheinbar. Das ist Teil des Konzepts. Man muss einfach wissen, dass man zunächst klingeln muss, damit sich die schwarze Tür überhaupt öffnet.

Die kleine Bar liegt mitten im Bahnhofsviertel, genauer gesagt in der Elbestraße 34, unweit von abgerockten Rotlicht-Häusern, Nachdem man geklingelt hat, geht es eine steile Treppe runter. Runter in die Kellerbar.

In Berlin sind am Sonntagabend Bars aus Frankfurt, München und Zürich zu den Siegern der Mixology Bar Awards, die so etwas wie die Oscars der Barszene sind, gewählt worden. The Kinly Bar ist als die „Bar des Jahres Deutschland“ für das kommende Jahr, also 2020, ausgezeichnet worden. Die Betreiber der Bar bieten laut Juryurteil „experimentelle Geschmackserlebnisse auf höchstem Niveau mit ungezwungener Barkultur“. Der Preis wurde zum 13. Mal vom Magazin „Mixology – Magazin für Barkultur“, verliehen.

Die in Frankfurt schon lange angesagte Bar gibt es seit März 2015. Eröffnet hat sie damals noch mit einem Kollegen, dem Bartender René Soffner. Soffner sei, so schreibt es „Mixology“, mehr oder weniger der erste deutsche Bartender gewesen, der sich einen Rotationsverdampfer in die Bar gestellt habe. Er und seine „Kinly Boys“ seien bis heute einige der Wenigen, die wirklich mit diesem Gerät der mixologischen Handwerkskunst umzugehen wüssten.

Die Gewölbebar wird zudem für ihren Underground-Flair gefeiert. Beliebt sind die nächtlichen Hot Dogs. Keine 30 Plätze gibt es hier - und keinen Handyempfang. Man kann nicht reservieren und nur bar bezahlen („No Reservation, Cash only“). Dafür darf man hier noch rauchen.

Die versteckte Location ist angelehnt an die illegalen, versteckten „Speak Easy“-Bars, die es in den 1920er-Jahren während der Alkoholprohibition in den USA gab. Die Bareinrichtung erinnert im Stil auch an die 1920er. Barchef ist Michele Heinrich, der auch am Sonntag bei der Preisverleihung dabei war. Laut dem Online-Portal „mixology.eu“ sagte er: „Wenn man als Bartender beginnt, liest man Mixology, und auch als wir mit unserer Bar begonnen haben, haben wir davon gesprochen, diesen Preis zu gewinnen.“ Der Barchef habe den Preis mitsamt des „enthusiastischen Teams“ entgegengenommen. „Ich gebe zu: Ihn jetzt in Händen zu halten, fühlt sich richtig gut an“, sagte Heinrich.

„Kinly“ ist übrigens ein Slang-Ausdruck aus den US-Südstaaten, der für Familie oder so etwas wie „fast Familie“ steht.

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