Kontrollen

Mehr Straftaten, mehr Sicherheit im Frankfurter Bahnhofsviertel

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Ein Magistratsbericht weist auf Besonderheiten der Kontrolldelikte im Bahnhofsviertel hin.

Die Zahl der festgestellten Drogendelikte im Bahnhofsviertel steigt seit vier Jahren beständig an – und doch sehen sich Stadt und Polizei im Kampf gegen den Rauschgifthandel bestätigt. Diese auf den ersten Blick widersprüchlichen Thesen finden sich in einem Magistratsbericht, den Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) jetzt veröffentlicht hat.

Danach gab es im Jahr 2017 genau 530 Fälle, in denen die Polizei Anzeigen wegen des Handels mit Betäubungsmitteln schrieb. 2014 hatte diese Zahl noch bei 119 gelegen, danach stieg sie kontinuierlich (2015: 214 Fälle; 2016: 383 Anzeigen). Ähnlich entwickelte sich die Zahl der Beschuldigten: von 119 im Jahr 2014 auf 396 im vorvergangenen Jahr. Zahlen für 2018 wird die Polizei erst in einigen Wochen nennen, wenn sie ihre Kriminalstatistik veröffentlicht. Voraussichtlich dürften aber wiederum mehr Anzeigen gegen mehr Beschuldigte geschrieben worden sein als 2017.

Dennoch heißt es im Magistratsbericht, der Masterplan für mehr Sicherheit und Sauberkeit im Bahnhofsviertel werde „erfolgreich in die Praxis umgesetzt“. Denn das Polizeipräsidium betont: Der Handel mit Drogen ist ein sogenanntes Kontrolldelikt mit hohem Dunkelfeld. Je mehr die Polizei kontrolliert, desto mehr Straftaten stellt sie fest. Oder anders formuliert: Die Delikte hat es immer gegeben. Sie werden nur jetzt (zu einem höheren Prozentsatz) festgestellt und angezeigt.

Bei zwei Drittel der Delikte geht es um den Handel mit Cannabis. Geschäfte mit Crack machen rund 25 Prozent der Statistik aus, Heroin spielt dagegen nur noch eine geringe Rolle, Amphetamine gibt es im Frankfurter Bahnhofsviertel so gut wie gar nicht zu kaufen.

Der Einsatz der Stadtpolizei sei Teil des Sicherheitskonzepts in dem Viertel, heißt es in dem Magistratsbericht. Gelegentlich gingen dort per Telefon oder Mail Hinweise auf Drogenhandel ein. Einen größeren Anteil nähmen aber Beschwerden über Verschmutzungen ein, „die trotz intensiver Reinigungen immer wieder entstehen“.

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