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Die Sparversion des Fernbusbahnhofs am Hauptbahnhof nimmt heute den Betrieb auf.

Fernbusse

Frankfurter Fernbusbahnhof wird ohne Dach oder Toiletten eröffnet

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Der Fernbusbahnhof am Frankfurter Hauptbahnhof wird eröffnet, aber nicht so, wie die Stadt sich das einst vorstellte.

Etwas lief schief zwischen 14. Januar 2015 und 9. April 2019. Vor etwas mehr als vier Jahren kündigten die Stadträte Stefan Majer (Verkehr) und Olaf Cunitz (Planung) an, in Frankfurt werde einer der schönsten Fernbusbahnhöfe in Deutschland entstehen.

Vor dem Hintergrund der Liberalisierung des Fernbusmarkts seit 2013 werde der neue Fernbusbahnhof auf dem früheren Parkplatz im Süden des Hauptbahnhofs gebaut. Vorgesehen seien überdachten Haltestellen, eine Wartehalle, Fahrkartenschalter, ein Kiosk und Toiletten im hinteren Teil eines neuen Hotels. Dafür genehmigte die Stadt, dass der Immobilienkonzern CA Immo den früheren Parkplatz bebauen durfte. Mit einem Steigenberger-Hotel und einem Interimsparkhaus mit Fahrradgarage, das einem zweiten Hochhaus Platz machen wird.

Nach mehreren Monaten Verzögerung eröffnet der Fernbusbahnhof heute. Doch der Jubel von einst ist verflogen. Es gibt nicht mal eine offizielle Feier. Denn weder die Bushalteplätze sind überdacht, noch gibt es einen Kiosk oder Toiletten. Gebaut wurden lediglich 14 Halteplätze, zehn schräg, vier längs, und zwei Wartehäuschen, in welche bei Regen vielleicht 30 Menschen passen. Also weniger als in einen Reisebus.

Dauerhafter Betreiber für Fernbusbahnhof gesucht

„Alle Reisebusse, die rund ums Karree an der Südseite des Hauptbahnhofs geparkt haben, sollen nun in den Fernbusbahnhof fahren“, sagte Gert Stahnke, der Leiter des Straßenverkehrsamts. Um mehr Sicherheit zu gewährleisten, wurden einige Zebrastreifen für Fußgänger markiert. Die Einfahrt für Reisebusse koste „im Basistarif für angemeldete Fahrten acht Euro brutto“, teilte ein Flixbus-Sprecher mit. Die Busgesellschaft betreibt den Fernbusbahnhof übergangsweise. Um Tickets zu verkaufen, hat Flixbus ein Verkaufshäuschen errichtet.

Ein dauerhafter Betreiber werde gesucht, sagte der Sprecher von CA Immo. Erst dann könnten Toiletten errichtet oder Haltestellen überdacht werden. Serviceräume im Hotel seien vorhanden. Die Fundamente für die Überdachung sind gelegt.

Als Betreiberin war die städtische Parkhaus-Betriebsgesellschaft im Gespräch. Sie schied aus, weil sie keine Erfahrung mit dem Betrieb eines Fernbusbahnhofs hat. CA Immo hat die Stadt nun gefragt, ob sie das Areal mit dem Fernbusbahnhof kaufen wolle. Dann müsste sich die Stadt um einen Betreiber kümmern oder den Fernbusbahnhof selbst betreiben.

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Mit einer Bewertung der Situation tun sich die Verantwortlichen schwer. Der Sprecher des Planungsdezernats verweist aufs Liegenschaftsdezernat. Dessen Sprecher aufs Verkehrsdezernat. Dieses schickt Amtsleiter Stahnke vor. „Wir prüfen nun die verschiedenen Optionen“, sagte der Sprecher des Liegenschaftsdezernats schließlich.

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