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Es gibt nur ein „Yok Yok“

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Nazim Alemdar freut sich über das Urteil.
Nazim Alemdar freut sich über das Urteil. © sauda

Oberlandesgericht entscheidet für den Frankfurter Kioskbetreiber Nazim Alemdar. Ein Mitbewerber hatte den Namen und den Schriftzug kopiert.

Der Name „Yok Yok“ ist Kult in Frankfurt. In den drei Läden in der Münchener Straße, der Fahrgasse und auf dem Wiesenhüttenplatz fühlen sich viele wohl. Andere Kioske dürfen nach einem aktuellen Beschluss des Oberlandesgerichts den Namen nicht tragen.

Das türkische Wort „Yok“ bedeutet „nein“ oder „gibt’s nicht“. Ein klares „Nein“ hat jetzt das Oberlandesgericht gegen einen Mitbewerber und für die Frankfurter Kioskmarke „Yok Yok“ entschieden. Ein Kiosk außerhalb Frankfurts hatte sich den Namen und die Schrifttype zu Eigen gemacht, darf den Namen aber nun nicht weiterführen.

„Wir hatten die Marke patentiert, es steckte sehr viel Arbeit darin“, sagt der Geschäftsführer des Frankfurter Originals, Nazim Alemdar. Als er durch Zufall von dem anderen Kiosk in einer Kleinstadt hörte, hatte er seinen Anwalt eingeschaltet. „Auf eine Unterlassungsschrift wurde nicht reagiert, auf einen weiteren Brief ebenfalls nicht. Der andere hat ebenfalls einen Anwalt beauftragt und in der ersten Instanz verloren. Er ging weiter und hat jetzt die Quittung vom Oberlandesgericht.“

Ihm gehe es nicht ums Geld, sagt der Frankfurter Kioskbesitzer, „sondern darum, dass man das erstens nicht macht und zweitens darum, dass unsere Kunden, Partner und Freunde wie eine Familie sind. Es ist einfach nicht in Ordnung, wenn andere sich das auf die Schulter heften, was wir in jahrelanger Arbeit aufgebaut haben.“

Der 64-Jährige hat einen Kulttreff geschaffen. Im Sommer stehen oft Hunderte vor dem Kiosk und trinken etwa Yok Yok Bier, Yok Yok Tee oder Yok Yok Schnaps – oder eine der zahlreichen Biersorten. „Unsere Produkte sind absolut Bio und wir vertreten eine ganz klare Philosophie. Wir bleiben ehrlich und stehen dazu. Das ist das, was uns ausmacht.“ Die Produkte eines Apfelweinherstellers etwa seien aus dem Sortiment geflogen, weil der Inhaber durch rassistische Sprüche aufgefallen sei. Gestrichen auch das Bier einer ausländischen Brauerei, deren Chef frauenfeindlich aufgetreten sei.

Als „Bahnhofsviertelwohnzimmer“ bezeichnet Alemdar den kleinen Raum seines Kiosks in der Münchner Straße, in dem es immer wieder Kunstausstellungen und Lesungen gibt. „Niemand hier muss sich fragen, ob er gut behandelt wird. Jeder gehört zur Familie. Die Frage stellt sich einfach nicht.“ Dazu gehören auch der Kunstkiosk in der Fahrgasse und das relativ neue Yok Yok Eden auf dem Wiesenhüttenplatz.

Das Sammeln von verschiedenen Biersorten ist seine Leidenschaft. „Es gibt 1250 Brauereien allein in Deutschland. Von etwa der Hälfte haben oder hatten wir Biere im Verkauf. Und dann gibt es da noch den Rest der Welt“, sagt er und schwärmt von Sorten aus Österreich, der Schweiz und Belgien. Der Kiosk ist sein Leben: „Ich würde nichts anderes machen wollen. Mit Yok Yok kann ich mit der ganzen Welt kommunizieren. Mit Frankfurtern über Frankfurt, das Bahnhofsviertel, und auswärtigen Besuchern kann ich Tipps für Hotels und Restaurants geben. Der Kiosk ist nicht nur Treffpunkt, sondern auch ein Informationsschalter.“

Auch in Reiseführern ist der Kiosk als „Kult“ gelistet. Das habe das Oberlandesgericht berücksichtigt. Alemdar ist mit dem Urteil zufrieden. „Wir haben einen Titel gegen den Mitbewerber. Den lassen wir ruhen, da er den Schriftzug bereits entfernt hat. Das Geld will ich nicht. Darum geht es auch nicht, sondern darum, dass unsere Philosophie auch unsere Philosophie bleibt.“

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