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Felix Mause, Grundschullehrer an der Karmeliterschule, will Kinderbeauftragter im Bahnhofsviertel werden.

Bahnhofsviertel

Sicher in die Karmeliterschule

  • vonGernot Gottwals
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Vor allem für Kinder ist das Bahnhofsviertel kein schönes Pflaster. Davon ist Felix Mause, Gundschullehrer an der Karmeliterschule, überzeugt. Der 39-Jährige will sich jetzt als Kinderbeaufragter für die Jugend im Quartier einsetzen.

Rund fünf Jahre lang war die Stelle des Kinderbeauftragten im Bahnhofsviertel vakant. „Dabei ist ein Vertreter der Kinderinteressen hier besonders wichtig“, sagt Felix Mause. Das Viertel, das kaum einladende Freiflächen bietet, geprägt ist durch eine Drogen- und Prostitutionsszene ebenso wie durch die Bankentürme, biete für Kinder kein schönes, sondern eher ein schwieriges Umfeld, ist der 39-jährige Grundschullehrer überzeugt. Daher möchte er das Amt in Kürze übernehmen. Der zuständige Ortsbeirat 1 hat bereits für ihn gestimmt. Jetzt muss ihn noch der Magistrat offiziell zum Kinderbeauftragten ernennen.

Mause will sich vor allem um mehr Sicherheit sowie zusätzlichen Grün- und Spielflächen im Bahnhofsviertel einsetzen. „Vor allem in Corona-Zeiten werden viele Probleme hier noch sichtbarer“, beobachtet er. Viele Kinder, die rund um den Bahnhof leben, stammten aus sozial schwachen Familien, lebten in zu kleinen Wohnungen oder gar Hotels. Schulen und sonstige Kindereinrichtungen leisteten hervorragende Arbeit, um wenigstens das Schlimmste abzufedern.

Auf sicherem Weg in die Schule

Mause unterrichtet Sport an der Karmeliterschule in der Moselstraße. Entsprechende Angebote könnte man dort für Kinder im Viertel ausbauen, denkt er laut nach. „Meiner Kenntnis nach gibt es hier kaum eigene Vereine, dafür aber externe Sportvereine, die die Turnhalle der Karmeliterschule angemietet haben und mit denen man zusammenarbeiten könnte.“

Auch für einen sicheren Weg in die Karmeliter- und Weißfrauenschule will Mause sich einsetzen. Dafür will er gefährliche Stellen rund um Mosel-, Gutleut- und Münchener Straße recherchieren und Lösungen erarbeiten, damit sich Schüler und Autofahrer nicht gegenseitig behindern und wichtige Zugangs- und Zufahrtswege in die Schulen gut erreichbar bleiben.

Außerdem wünscht sich Mause mehr Spielmöglichkeiten für die Kinder, zumal es an Grünflächen im Bahnhofsviertel fehlt: „Die werden wir aber wegen des engen Platzes wohl nur durch den Ausbau unseres Spielplatzes auf dem Schulhof ausbauen können“, meint er.

Mause arbeitet regelmäßig mit Kindern, seit er 19 Jahre alt ist. Zunächst war er in der Nachmittagsbetreuung und als Vertretungslehrer tätig, bevor er sein Studium und sein Referendariat abschloss und in den Schuldienst ging. Auch in seiner Freizeit ist er begeisterter Sportler und trainiert Gewichtheben. Als Sportlehrer liegen seine Schwerpunkte unter anderem im Kinderturnen und in der Ballschule. Besonders liegen Mause die Kinderrechte am Herzen. „Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr dazu mit Rücksicht auf die Entwicklung von Corona eine größere Informationsveranstaltung organisieren kann“, sagt er. Gerade im Bahnhofsviertel, wo die Kindheit nicht immer so unbeschwert verlaufe, sei es wichtig, Kinder und Eltern für dieses Thema zu sensibilisieren.

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