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Bahnbabo will Feldmann-Nachfolger werden – OB-Rücktritt lässt Social Media heißlaufen

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Von: Sandra Busch

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Die Haltestelle Römer kennt der „Bahnbabo“ bereits gut. michael Schick
Die Haltestelle Römer kennt der „Bahnbabo“ bereits gut. © Michael Schick

In den sozialen Medien geht es schon um die Nachfolge von Frankfurts OB Peter Feldmann, gibt es Diskussionen und auch Spott über den Oberbürgermeister.

Frankfurt – Er ist der Erste, der den Hut tatsächlich in den Ring wirft. Nur wenige Stunden nach der Ankündigung von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), seine Amtszeit im Januar beenden zu wollen, twittert „Bahnbabo“ Peter Wirth: „Der Weg wird frei und ich bin dabei.“ Sobald „Kollege Feldmann sein Amt niedergelegt hat“ und die Neuwahl organisiert sei, werde er mit der Sammlung von Unterstützungsunterschriften beginnen. „Mit Poesie und Protein, aber ohne Partei, will der Bahnbabo Oberbürgermeister von Frankfurt werden“, schreibt Frankfurts bekanntester Straßenbahnfahrer.

Qualifikationen für das Amt kann er auch aufweisen. „Ich bin hier geboren und aufgewachsen, ich fahre seit 34 Jahren mit meiner Bahn durch diese Stadt und kenne die Sorgen und Nöte der Menschen, und die Menschen kennen mich“, twittert der „Bahnbabo“. Dafür gibt es Zuspruch in den sozialen Medien, einigen Hundert gefallen seine „Ich will OB werden“-Tweets.

Feldmann-Nachfolge in Frankfurt: „Bahnbabo“ als Kandidat gesetzt

Der „Bahnbabo“ ist damit schon fast gesetzt als Kandidat für die nächste OB-Wahl in Frankfurt. Stadtverordnete Jutta Ditfurth (Ökolinx) ist dagegen offenbar noch unschlüssig, ob sie antreten soll. Sie fragt zumindest erst einmal ihre Follower auf Twitter: „Soll ich für das Amt der Oberbürgermeisterin in Frankfurt (Main) kandidieren??? Jetzt wo Peter Feldmann vielleicht … unter bestimmten Bedingungen … im Januar 2023 zurücktritt.“ Als Antwortmöglichkeiten gibt es: Ja, Nein, Egal oder die Möglichkeit zu kommentieren. Die Abstimmung lief am Mittwoch noch.

Abgesehen von Absichtserklärungen zur OB-Kandidatur ist auch sonst viel los in den sozialen Medien. Einige zeigen Unverständnis über die Ankündigung Feldmanns, erst im Januar das Amt aufgeben zu wollen. „Für den Januar gibt es keinen (überzeugenden) Grund“, schreibt CDU-Stadtverordnete Christiane Loizides. „Es sei denn, die Ankündigung soll nur die beabsichtigte Vorgehensweise der Stadtverordnetenversammlung am 14. Juli verhindern.“ In der Plenarsitzung sollte ursprünglich die Abwahl Feldmanns eingeleitet werden. Nach Feldmanns Erklärung beraten die Fraktionen nun über das weitere Vorgehen.

Frankfurt: Feldmann-Rückzug löst hitzige Debatten bei Facebook aus

Genervt fühlt sich laut Facebook-Status die ehemalige Frankfurter Grünen-Stadtverordnete Ursula auf der Heide. „Die Stadtverordneten sollen auf den Beschluss zur Abwahl in einer Woche verzichten. Im Vertrauen auf sein Wort … was für ein perfides, unwürdiges Spiel.“ Sie hoffe, dass niemand ihm „auf den Leim geht. Entweder er macht es vor der Stadtverordnetenversammlung schriftlich, oder es muss als das behandelt werden, was es bis jetzt ist: Nebelkerze“.

Skeptisch betrachtet auch ihr Parteikollege und ehemaliger Grünen-Fraktionsvorsitzende Manuel Stock die Aussage Feldmanns zum Abtritt. „Woher sollen die Stadtverordneten denn wissen, dass er tatsächlich im Januar den Antrag stellen wird?“ Der ehemalige CDU-Chef und frühere Baudezernent Jan Schneider hegt auf Twitter ebenso Zweifel, ob es wirklich zu einem Rückzug des OB im Januar kommt: „Wenn der OB den Antrag erst im Januar stellen will und dieser auch noch ,bis zur Beschlussfassung der Gemeindevertretung schriftlich zurückgenommen werden kann (Paragraf 76a HGO), können wir uns noch auf spannende Monate gefasst machen. Selbst auf einen Rücktritt vom Rücktritt!“

Kandidat:innen für die Feldmann-Nachfolge

Neben dem „Bahnbabo“ gibt es auch einige Figuren aus dem politischen Frankfurt, die für eine Feldmann-Nachfolge infrage kommen. Bei CDU, SPD und Grünen scheinen die Favorit:innen klar.

Feldmann-Rücktritt im Januar: Hohn und Spott für den Frankfurter OB

Hohn und Spott gibt es ansonsten auch noch in den sozialen Medien. Mehrfach gibt es Anspielungen auf den Pokalklau beim Empfang der Eintracht im Römer nach dem Sieg im Europapokalwettbewerb: als Feldmann auf dem Weg in den Kaisersaal Kapitän und Trainer den Pokal entriss. Nicht nur einmal wird der Scherz gemacht, dass Feldmann wohl erst im Januar das Amt hergebe, damit er der Nationalmannschaft im Dezember noch den WM-Pokal entreißen könne. Und immer wieder taucht auch in verschiedenen Versionen ein Dankeschön auf: an die Europa-League-Legende, die ihre Karriere beendet.

Auf Instagram heimst ein Meme von ffm.meme bis Mittwochmittag bereits rund 6000 Herzen ein. Unter einem Bild von Feldmann mit Rücktritt-Schlagzeile ist ein Video zu sehen. Viele Menschen tanzen zum Lied „Feiern“ von Sven Väth. Darüber steht: „Frankfurt ab Januar“. (Sandra Busch)

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