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Der als "Bahnbabo" bekannte Peter Wirth. Seit einigen Jahren genießt der durchtrainierte Mann vor allem bei Jugendlichen und in den sozialen Medien Kultstatus.

Römerbriefe

Der Bahnbabo: Die Gegner des Peter Wirth

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    Georg Leppert
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Der Bahnbabo will Stadtoberhaupt werden. Schön, aber wir haben noch andere Vorschläge. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Göpfert:Machst du’s?

Leppert:Ich wollte eigentlich meinen Bruder fragen.

Göpfert:Sagtest du nicht, dass der seit 20 Jahren in den USA lebt und den Weg von der Hauptwache zum Römer nicht mehr finden würde?

Leppert:Na und? Deshalb kann er doch trotzdem Oberbürgermeister werden.

Kennen Sie Peter Wirth, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik? Nein? Doch, den kennen Sie bestimmt. Das ist dieser verrückte Straßenbahnfahrer, der ständig Spagat macht und alle Nase lang in der Zeitung steht. Nennt sich Bahnbabo. Viele sagen, der sei Kult, andere finden ihn nervig, wobei: Wie er damals das Hessenquiz gewonnen hat und seinen Preis (eine Reise nach Andalusien) einem kranken Kind und seiner Mutter geschenkt hat, das war weder nervig noch Kult, das war einfach nur stark.

Der Bahnbabo jedenfalls will in fünf Jahren Oberbürgermeister werden. Hat er jetzt verkündet. Jetzt wissen wir nur wenig darüber, wofür er politisch steht, und womöglich hat sich Wirth über manche Fragen auch noch nicht die ganz großen Gedanken gemacht. Etwa: „Sollten das Planungs- und das Baudezernat zu einem großen Dezernat zusammengeführt werden?“ Auf der anderen Seite: Sollte er gewinnen, dann hieße das Stadtoberhaupt in den Jahren 1995 bis 2030 immer Peter oder Petra. Leicht zu merken.

Also, wir begrüßen solche Bewerbungen aus dem Volk ausdrücklich. Ist doch spannend für den Wahlkampf. Sonst ist doch klar, was 2024 passiert. Mike Josef (SPD) ruft, dass er die Politik von Peter Feldmann fortsetzen will, Jan Schneider (CDU) macht 37 seiner 38 Wahlkampfstände auf dem Pfingstberg, und am Ende gewinnt Martina Feldmayer, weil die Grünen immer gewinnen. Und wir haben auch ein paar Vorschläge, wer alles kandidieren könnte.

Lesen Sie dazu: Der Bahnbabo will’s wissen

Ernst Gerhardt: Der frühere Kämmerer ist dann 102 Jahre alt, Na und? Unlängst saß er bei der Wahl von Schneider im Römer. Das war alte Schule. Der hat während der Reden nicht geschwätzt oder telefoniert oder getwittert oder was unsere Politiker sonst so machen. Volle Konzentration auf die Sache. So gehört sich das.

Eisenbahn-Reiner: Der Obdachlose vom Liebfrauenberg ist ungemein beliebt. Fragen Sie mal Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU). Hätte nicht viel gefehlt damals und der hätte wegen Reiner seinen Job verloren. Mit Eisenbahn-Reiner gäbe es in Frankfurt auch keine Bar-Verwarnungen für Obdachlose mehr. Und behinderten Kindern würde nicht die Wohnung gekündigt, weil ihre Brüder mit Drogen dealen.

Bernd Reisig: Der Manager bringt Menschen zusammen. Andrea Nahles und Andreas Möller. Nicola Beer und Thomas Berthold. Und demnächst eben auch Jan Schneider und Sylvia Weber, Stephan Siegler und Jutta Ditfurth, Rainer Rahn und ... nee, das dann doch nicht, alles hat seine Grenze.

Und schließlich: Pierre Skolik, Inhaber des Wasserhäuschens Snack FM. Er gewinnt die FR-Wahl zum Wasserhäuschen des Jahres so deutlich – dagegen war Feldmann gegen Weyland echt knapp. Außerdem ist er Eintracht-Fan, verkauft Brötchen und Wurst und würde vermutlich in seinem ersten Jahr als OB überall Näpfchen für durstige Hunde aufstellen. Muss ein OB mehr tun?

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppertberichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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