Bahnstrecke

Bahnausbau in Frankfurt: Vollgelaufene Keller

  • schließen

Eine Bürgerinitiative erhebt Vorwürfe gegen die Bahn wegen des Ausbaus der S6.

Die Bürgeriniative Bahnane erhebt schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn. Beim Ausbau der Strecke von Frankfurt nach Bad Vilbel habe die Bahn Arbeiten „ohne Genehmigung“ durchgeführt, teilte die Initiative mit.

So seien im Januar und Februar in den Niddawiesen zwischen Ginnheim und Eschersheim Stahlrohre und Zement in den Boden am Bahndamm eingebracht worden. Diese Arbeiten seien „offensichtlich nicht genehmigt“. Sie griffen „irreversibel“ in den Wasserhaushalt der Niddawiesen ein. Das Wasser am Bahndamm staue sich „wie ein kleiner Fluss“. Einzelne Keller von Anrainern seien bereits vollgelaufen.

Auch habe die Bahn Oberleitungsmasten aufgestellt, welche nicht planfestgestellt seien. Weitere „ungenehmigte Aktivitäten“ seien die Veränderung der Baustraßen, die Schließung von Bahnunterführungen wie am Lachegraben und in Ginnheim sowie das Abpumpen von Grundwasser in Bad Vilbel, Ginnheim und Eschersheim. Der zuständigen Bauaufsicht, dem Eisenbahn-Bundesamt, warf die Initiative Untätigkeit vor.

Bahnane fordert den Stopp des viergleisigen Ausbaus der Strecke von Frankfurt nach Bad Vilbel. Die S-Bahn-Linie S6 erhält dort eigene Gleise, auf den anderen fahren Regional-, Fern- und Güterzüge. Die Bahn geht von einer Inbetriebnahme der beiden neuen Gleise im Dezember 2022 aus. Die Initiative spricht in diesem Zusammenhang von einer „Güterzugmagistrale“ zwischen Rotterdam und Genua.

Eine Bahnsprecherin wies die Vorwürfe zurück. „Jede Bautätigkeit für den viergleisigen Ausbau der S6 ist selbstverständlich von den Behörden genehmigt und mit diesen abgestimmt“, sagte sie. Grundlage sei der Planfeststellungsbeschluss vom 6. Mai 2004, in der geänderten Fassung vom 22. Februar 2012 für Frankfurt, sowie der Planfeststellungsbeschluss vom 23. April 2004 in der geänderten Fassung vom 12. Februar 2015 für Bad Vilbel. Für die Arbeiten am Damm und an den Oberleitungen sei „keine gesonderte Genehmigung erforderlich“. Zu baustellenbedingten Überflutungen von Kellern sei der Bahn nichts bekannt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare