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Bis zu 14 Tage soll die Brücke noch gesperrt bleiben.

Berkersheim

Bahn tauscht Holzbalken aus

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Die Fußgängerbrücke am Bahnhof wird aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Die Fußgängerbrücke am Berkersheimer Bahnhof ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. So sagt es die Deutsche Bahn. Aber einige Bahnkunden halten sich nicht daran.

Ein Sprecher erklärte auf Anfrage, dass mehrere Holzbalken der Brücke nicht mehr sicher seien. Das sei bei einem routinemäßigen Termin vor Ort Anfang der vergangenen Woche festgestellt worden. Daraufhin habe man sich zu einer umgehenden Sperrung entschlossen, „um die Nutzer der Brücke nicht in Gefahr zu bringen“, so der Bahnsprecher.

So lasse sich auch erklären, wieso die Brücke seit Dienstag gesperrt war, allerdings keine Arbeiten festzustellen waren. „Wir mussten umgehend handeln, um die Sicherheit zu gewährleisten.“ 14 Tage seien nun, nachdem am Freitagmorgen auch entsprechende Hinweisschilder angebracht worden seien, für die Arbeiten veranschlagt. Dass damit nicht sofort begonnen worden sei, hänge mit Lieferschwierigkeiten seitens der Schreinerei zusammen, die die Holzbalken liefere. „Bestellt haben wir sie direkt nach der Feststellung der Schäden“, beteuert der Bahnsprecher. Er könne daher auch nicht sagen, wann es tatsächlich los gehe und ob die vollen 14 Tage benötigt werden.

Fragt man vor Ort bei Bahnkunden nach, stoßen die Erklärungen des Bahnsprechers auf Unverständnis. Zunächst einmal habe es fast vier Tage gedauert, bis es überhaupt einen Hinweis auf die Sperrung gegeben habe. „Wenn angeblich Gefahr in Verzug ist, hätte das deutlich schneller passieren müssen“, sagt einer, der die Situation an mehreren Tagen mitbekommen hat.

Flatterband abgerissen

Vor allem die Szenerie am Freitagmorgen hat ihn verwundert. Da konnte er beobachten, wie der Arbeiter, der die Hinweisschilder anbringen wollte, zunächst das seit Dienstag hängende und mittlerweile fast in Gänze abgerissene rot-weiße Absperrband neu befestigte. „Spätestens da hätte der Bahn ja klar sein müssen, dass es offensichtlich Menschen gibt, die trotz der Sperrung die Brücke benutzen. Die Brücke, die angeblich gefährlich ist.“

Doch es blieb bei leicht zu überwindenden Flatterbändern. Kein Bauzaun, keine Ketten mit Schlössern, keine Hinweise auf eine drohende Gefahr. Doch warum widersetzen sich Fahrgäste der Sperrung?

Am Bahnhof zeigt sich schnell, woran das liegt. Ist die Brücke gesperrt, bleibt als einzige Alternative, die Schienen zu queren, nur der beschrankte Bahnübergang. Der ist aber häufig über mehrere Minuten nicht zu nutzen, weil die Schranke wegen vorbeifahrender Züge – S-Bahnen, Regionalbahnen und -expresse, Fernverkehr, Güterzüge – unten bleibt. Die Folge: Es droht das Verpassen der eigenen Bahn. Um das zu umgehen, gab und gibt es nicht wenige Bahnkunden, die den definitiv gefährlichen Weg direkt über die Gleise wählen. Die Bahn bleibt indes ganz unaufgeregt: Sie empfiehlt den Weg über den Bahnübergang.

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