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Fühlt sich wie 29: „Bäppi“ wird heute 60 Jahre alt.
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Fühlt sich wie 29: „Bäppi“ wird heute 60 Jahre alt.

Promis

Bäppi: „Ich bin gerne ich“

Der Frankfurter Künstler Thomas Bäppler-Wolf feiert heute 60. Geburtstag - und hat noch viele Pläne.

Kaum zu glauben, aber wahr, der Bäppi, der wird 60 Jahr’. Heute feiert Thomas Bäppler-Wolf Geburtstag. Das sei für ihn aber nur eine Zahl. „Ich fühl’ mich wie 29“, scherzt er. „Ich habe Abba live gesehen, das muss mir erstmal einer nachmachen – und ich war Teil der Fußball-Weltmeisterschaft in Frankfurt“, blickt er zurück.

„Jedes Jahrzehnt hat etwas. Das vergangene zum Beispiel.“ Da traf er seine „beste Entscheidung“: „Ich habe das ,Theatrallalla‘ geschlossen. Bevor Corona kam.“ 2G könne man da nur sagen: Glück gehabt. Und was und wer er alles schon gewesen ist, in diesen sechs Jahrzehnten, der Thomas! Seit seiner Kindheit heißt der Frankfurter Bub Bäppi, später nennt er sich Bäppi la Belle, eine Kunstfigur, die er vergangenes Jahr aufgab. Dann war er die Lisbeth, die Kanzlerin, er ist Stadtführer, SPD-Stadtverordneter, Schauspieler, Narr, er war Tanzlehrer, Präsident des Tanzlehrerverbandes, ist Moderator und Entertainer sowie gewesener Theaterintendant. Er erlebte die Privatinsolvenz, ist Ehemann und mit „seinem“ Carsten verheiratet. „Ich bin ein Gesamtkunstwerk“, ulkt er.

In seiner Wohnung im Nordend erzählt er aus seinem Leben. „La Cage aux Folles“ im Volkstheater, das war ein Wendepunkt gewesen. „Da habe ich gemerkt, dass es das war, was ich immer wollte.“ Er schmiss alles hin, machte fortan nur noch Theater. Das war im Jahr 2012. Und es lag auch an der Bekanntschaft mit Gaines Hall. „Von ihm habe ich alles gelernt. Bis dahin war ich nichts anderes als eine Fummeltrine. Eine Travestietrulla. Er half mir, mich weiterzuentwickeln.“

In seiner Wohnung hängen viele gerahmte Autogrammkarten und Fotos von Stars; auf einigen ist er dabei, da steht er neben Sean Connery oder Roger Moore, beides James-Bond-Mimen. Mit Moore frühstückte er auch mal. Auch Brigitte Mira, Heinz Rühmann und viele mehr sind zu sehen. Viele Karten brachte ihm sein Vater mit, der beim Hessischen Rundfunk gearbeitet hatte. „Aber mein Vater hat sich nicht interessiert für mich“, erinnert sich Bäppi. Als er sich als homosexuell outete, „wurde ich zu Hause rausgeschmissen“. Auch beruflich hatten sich seine Eltern anderes für ihn vorgestellt: Sein Vater wollte, dass er zur Müllabfuhr geht, seine Mutter träumte von einer Bankkarriere. Bäppi aber wollte Archäologe werden. Oder Schauspieler. Dann wurde er Tanzlehrer. „Meine Mutter hat mein Schwulsein sehr getroffen.“ Bis zum Schluss, bis zur Verpartnerung mit Carsten, blieb’s schwierig mit der Frau Mama.

An Weihnachten Geburtstag zu haben, das ist auch nicht einfach. „Als ich klein war, haben sie mir die Geburtstagsgeschenke, die ich morgens bekommen habe, wieder eingepackt und abends unter den Weihnachtsbaum gelegt“, erzählt er und lacht. Später dann feierte er meist mit Freunden in sein Wiegenfest hinein. „Es waren anfangs sechs Leute, die zum Abendessen kamen. Irgendwann dann stand der ganze Tanzsportclub vor meiner Tür und hat ,Happy Birthday‘ gesungen.“ Klar, dass die dann auch mitfeierten. Später feierte er seine Geburtstagspartys mit Gästen aus Politik, Unterhaltung, Show und den Medien.

„Ich bin gerne ich“, sagt Bäppi. Es gebe nichts, was er ändern würde. Doch Bäppler-Wolf schaut nicht zurück, sondern nach vorn. Er hat viele Pläne. Seinen neuen „James Bond“-Film etwa. Er trägt den Titel „More Time to Drink“, eine Anspielung auf „No Time to Die“.

Viel Zeit zum Plaudern erhält Bäppi am kommenden Samstag von 20 bis 22 Uhr bei Radio Frankfurt. Dort unterhält er sich mit dem Musiker und Produzenten Hassan Annouri.

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